Stichwort der Woche – von Norbert Schnellen

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Brilon-Totallokal: Stichwort der Woche: Vier Steine gegen das Sommerloch…

brilon-totallokal:   So langsam ebbt die tägliche Nachrichtenflut merklich ab. Sowohl hier im Altkreis als auch europaweit wurde der Modus jetzt anscheinend auf Sommerlochbetrieb umgeschaltet. Die Schützenfestsaison geht langsam in die letzte Phase, das leidige Thema Griechenlandrettung verschwindet aus den Schlagzeilen und die Bundesligasaison startet erst wieder am 14.August. Es ist also kaum noch ein Diskussionsthema vorhanden und sowohl in den Nachrichten als auch zwischen den Menschen ist das große Schweigen ausgebrochen. Die klassischen, immer wieder auftauchenden Fabeltiere, wie das Ungeheuer von Loch Ness, streunende Kängurus, fliegende griechische Finanzminister oder der nahende Baubeginn bei Waldbahnhöfen, eignen sich auch nur bedingt zur Zeilenschinderei. Worüber soll man also schreiben?

In unserer reizüberfluteten Welt übersehen wir oft die wirklich spektakulären Dinge, die sich manchmal direkt vor unserer Haustür befinden. Ich meine damit unsere atemberaubende Landschaft, eine Natur und Kultur, die europaweit ihresgleichen sucht. So kennt wahrscheinlich jeder im Altkreis die vier Porphyr Felsen, die sich über dem Örtchen Bruchhausen erheben und daher auch als die „Bruchhauser Steine“ bekannt sind. Langweilig? Keineswegs, denn diese vier Steine auf dem Istenberg sind nicht nur ein eindrucksvolles Naturdenkmal, sondern geben uns auch einen intensiven Einblick in das Leben unserer Vorfahren vor über 2500 Jahren. Denn in dieser Zeit dienten die vier Felsen als Eckbastionen einer riesigen vorgeschichtlichen Befestigungsanlage, die vermutlich eine der ältesten und größten Kultstätten in der Mitte Europas darstellt. Für den Bau dieser Wallanlagen müssen mehrere tausend Menschen über Jahre ihre Arbeitskraft eingesetzt haben. Aufgrund zahlreicher archäologischer Untersuchungen ist es heute möglich das Aussehen der Festungsanlage, mittels 3-D Dioramen darzustellen. Eine Attraktion, die perfekt gelungen ist. An vier Stelen kann man sich ein Bild machen, welche mystische Anziehungskraft diese einmalige Naturlandschaft auf die damaligen Menschen hatte. Die Nähe zum Himmel, die bildlichen Interpretationen der zerklüfteten Felsen und das lebensspendende Wasser aus der „ewigen Quelle“ ziehen uns, auch wenn wir inzwischen etwas naturferner leben als unsere Vorfahren, heute noch in ihren Bann.

So ist es dann auch kein Wunder, dass die Bruchhauser Steine das erste „Nationale Naturmonument“ in Nordrhein-Westfalen werden sollen. Wir wissen heute natürlich nicht mehr, ob es sich bei den Erbauern dieser Anlage um unsere Vorfahren handelte, wir können aber auf jeden Fall stolz auf dieses „Naturmonument“ im Altkreis sein …und sollten auf keinen Fall versäumen den Istenberg mal selber zu besuchen, es lohnt sich!

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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