Altstadtrundgang Brilon – Niedere Mauer 28

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Brilon-Totallokal: Altstadtrundgang Brilon – Gebäude erzählen die Geschichte der Stadt und Ihrer Bewohner

brilon-totallokal:  Niedere Mauer 28. Untrennbar mit dem Haus verbunden ist dessen vormaliger Besitzer Josef Knickenberg (1925-1999), den Brilonern besser bekannt unter dem Namen „Endo“. Neben der Landwirtschaft übt er bis zu seinem Tod den Beruf des Holzfuhrmanns aus, der für ihn Berufung war.

Nach dem frühen Tod des Vaters erlernte er das Holzfahren bei seinem Onkel im nahegelegenen Alme, mit dem er wohl die Liebe zu Pferden teilte, die ihn sein ganzes Leben lang begleitete. Nach dem Krieg übernahm er den Hof und verband Landwirtschaft und Holzfahren, wie so viele andere Briloner Bauern damals auch. Trotz einsetzender Mechanisierung in Landwirtschaft und Forst erledigte er die anfallenden Arbeiten fast ausschließlich mit seinen Pferden.

Und so bleibt er vielen in Erinnerung: Als Fuhrmann hoch auf dem Langholzwagen sitzend, mit seinen Pferden vor der Schmiede, beim Pflügen auf dem Acker und nicht zuletzt beim Schützenfest unter der Vogelstange oder abends an der Theke. Endo und seine Pferde – ein gutes Stück Briloner Geschichte.

Niedere Mauer 28

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1866 wird das Haus Niedere Mauer 28 an der Stelle eines wesentlich kleineren, zuvor abgebrannten Hauses errichtet. Die Inschrift über dem Deelentor nennt nicht nur Anton Knickenberg und seine Ehefrau Maria Quick als dessen Erbauer, auch der Tag des Richtfestes, der 29. Mai, ist dort für die Nachwelt festgehalten. Bei dem Bau selbst handelt es sich um ein Niederdeutsches Hallenhaus mit giebelseitigem Einfahrtstor, seitlich der Deele gelegenen Stallungen und dachlastiger Erntebergung.

Allerdings fügen sich in diesen traditionellen Haustyp, der in ganz Norddeutschland über Jahrhunderte verbreitet war, hier schon modernere Formen von Hauskonzepten des 19. Jahrhunderts ein. So sind Wohn- und Wirtschaftsteil zwar noch unter einem Dach vereint, erfahren aber durch unterschiedliche Niveaus und durchgehende Wände eine Trennung. Von außen sichtbar wird dies durch die separate Hauseingangstür, die den Wohnteil traufseitig und so vom Wirtschaftsteil unabhängig erschließt. Bis 1999 war das Anwesen im Besitz der Familie Knickenberg, bevor es von Dr. Peter Karl Becker erworben, in den Jahren 2000/01 restauriert und im Zuge dieser Maßnahme zu einem Wohn- und Geschäftshaus umgebaut wurde.

Quelle: Museum Haus Hövener

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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