Kennzeichen BRI kommt nicht zurück

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Brilon-Totallokal: Verwaltungsvorschlag mit knapper Mehrheit abgelehnt

brilon-totallokal:  In seiner Sitzung am 16. März trat der Rat im Bürgersaal des Rathauses in einer fast schon heimeligen Atmosphäre zusammen. Haupttagesordnungspunkt im öffentlichen Teil der Sitzung war die Beratung über die Beschlussvorlage der Verwaltung zur „Wiedereinführung des Kfz-Kennzeichens BRI“.

Zuständigkeit liegt beim Kreis

Bürgermeister Dr. Christof Bartsch wies in seiner Eigenschaft als Berichterstatter darauf hin, das bereits 2012 ein ähnlich lautender Antrag der Städte Arnsberg und Brilon vom Kreistag  in seiner Sitzung am 29. Juni 2012 abgelehnt worden war. Ebenso hat der Kreis-Wirtschaftsausschuss des HSK in seiner Sitzung am 13. März sich gegen die Wiedereinführung der ehemaligen Kfz-Kennzeichen ausgesprochen. Begründet wurde die Ablehnung mit der „Identitätsstiftung des Markenkennzeichens HSK“. Aufgrund dieser Vorgeschichte glaubt der Bürgermeister nicht an eine Chance zur Wiedereinführung des früheren Kennzeichens BRI, obwohl bundesweit bis Ende 2015 300 von 370 möglichen Kfz-Kennzeichen zur Wahl durch den Autohalter wieder eingeführt worden sind. In den an den Hochsauerlandkreis angrenzenden Nachbarkreisen, wie z. B. Paderborn, Soest, Siegen-Wittgenstein und  Waldeck-Frankenberg wurden ehemalige Kennzeichen wieder zugelassen. Gerade in jüngerer Vergangenheit haben viele Bürger, vor allem junge Menschen nach der Möglichkeit das Kennzeichen BRI zu erhalten nachgefragt.

Kurze Aussprache – knappes aber klares Ergebnis

Reinhard Loos von der BBL ist nicht für den Antrag, da das jetzige Kennzeichen nach BRI und von 1975 bis 1979 MES und dann HSK als Landschaftsbezogenes Kennzeichen stärker identitätsstiftend wirkt als die drei ehemaligen Stadt Kennzeichen. Der 1. stellvertretende Bürgermeister Ludger Böddeker SPD bemängelt vor allem das  Landrat Dr. Karl Schneider eineinhalb Jahre benötigte um  den Antrag auf Wiedereinführung durch die Stadt Arnsberg zu beantworten. Hubertus Weber SPD kann dem Antrag nicht gutes abgewinnen und verweist auf die Kosten bei der Einführung des Kfz-Kennzeichens HSK. Im  übrigen stellte er fest:“Kleinstaatlichkeit muss man nicht noch fördern“.Gerhard Wiese SPD sagte: „Wir identifizieren uns mit dem HSK. Der Kreis hat in dieser Frage die Hosen an“.

Wolfgang Dickmann CDU und Kreistagsmitglied ist persönlich für die Wiedereinführung von  BRI, denn damit ist auch Heimatverbundenheit ausgedrückt. Er weist daraufhin, das bereits 21 kreisfreie Städte und Kreise in NRW von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Gerade junge Leute haben sich, so eine Umfrage, für die ehemaligen Kennzeichen entschieden. Dickmann will sich in der noch anstehenden Kreistagssitzung für die Wiedereinführung einsetzen. Der 2. stellvertretende Bürgermeister Holger Borkamp CDU sieht für die Wiedereinführung von BRI keine Chance. Bezüglich der Heimatverbundenheit verweist er darauf, das die Polizei im Hochsauerlandkreis nicht mehr das Kennzeichen HSK führt, sondern seit geraumer Zeit nur NRW als Regionsangabe hat.  Etwaige Reaktionen hierauf in der Öffentlichkeit sind ihm bisher nicht bekannt geworden.

Das Abstimmungsergebnis lautet wie folgt: 14 Ja Stimmen, 17 Nein Stimmen und 4 Enthaltungen. Damit wird die Stadt Brilon den Antrag Arnsbergs im Kreistag auf Wiedereinführung des Kennzeichens nicht mit tragen.

Quelle: Peter Kasper

 

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

brilon-totallokal.de
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