Schutz bei Zeckenbiss

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Brilon-Totallokal: Risiko durch Zeckenbiss

brilon-totallokal: Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen recherchieren für Sie! Super Wetter schon im April! Damit steigt auch die Gefahr von Zeckenbissen. Zecken halten sich in Gräsern und Büschen bis in einer Höhe von 1,5m auf.

Hat sich die Zecke einmal festgebissen, gräbt sie sich immer tiefer, bis sie an ihre Nahrungsquelle, das Blut, gelangt ist.

Dabei besteht das Risiko der Übertragung von Borreliose oder der Hirnhautentzündung FSME.

Borreliose:
Die Borreliose ist die häufigste durch einen Zeckenbiss übertragene Krankheit. Eine Impfung dagegen existiert nicht. Nur eine rechtzeitig eingeleitete Antibiotika-Therapie kann eine chronische Krankheit vermeiden. Eine entzündliche Veränderung an der Einstichstelle, Schwäche, Fieber, Herzrhythmusstörungen können ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Oftmals treten die Symptome erst Jahre nach dem Zeckenbiss ein, weshalb die Diagnose oftmals, wenn überhaupt, erst sehr spät festgestellt werden kann. Es empfiehlt sich bei entsprechenden Symptomen eine Blutprobe auf Borrelioseerreger untersuchen zu lassen.

FSME:
Gegen FSME ist eine vorbeugende Impfung möglich. Eine solche Impfung ist die einzige Möglichkeit, die Krankheit effektiv zu vermeiden, denn Medikamente gegen das Virus gibt es nicht.

FSME tritt mittlerweile nicht nur im Süden Deutschlands auf.

Nur die Grundimmunisierung mit insgesamt drei Impfungen bietet einen zuverlässigen Langzeitschutz:

Grundimmunisierung:
1.Impfdosis: In der kalten Jahreszeit
2.Impfdosis: nach 1 bis 3 Monaten
3.Impfdosis: nach 5 bis 12 Monaten

Nach 3 Jahren sollte eine Auffrischung für Personen, die älter als 50 Jahren sind, erfolgen. Für Personen, die unter 50 Jahren sind, sollte eine Auffrischung alle 5 Jahre erfolgen.

Es sind auch Impfungen in kürzeren Abständen möglich, jedoch hält der Impfschutz dann nicht so lange. Die Impfung von Kindern unter drei Jahren sollte mit dem Hausarzt abgesprochen werden.

Nach Aktivitäten in der Natur ist eine Untersuchung des gesamten Körpers nach wie vor der beste Schutz vor einem Zeckenbiss. Oftmals haben sich diese noch nicht festgebissen. Wenn doch, dann gilt es die Zecke so schnell wie möglich nur mit einer Zeckenzange unter Drehbewegung zu entfernen. Die Zecke sollte dabei sehr hautnah gegriffen werden, weil dadurch ein Quetschen der Zecke und die Freigabe von Körperflüssigkeiten vermieden werden.

Durch eine schnelle Zeckenentfernung kann die Gefahr der Borreliose verhindert werden. Während die Zecke FSME sofort überträgt, wird das Borreliose Bakterium erst nach ca. 8 bis 12 Stunden des Saugens abgegeben. Siehe mehr bei www.zecken.de oder www.jaegermagazin.de Aufsatz in 4/2015 S. 56 ff.

und auch zum Thema:

Zeckenbisse – Tipps zum Umgang

Die Borreliose ist in der nördlichen Hemisphäre die häufigste zecken-übertragene Erkrankung. In Deutschland gibt es ein Süd-Nord-Gefälle bei der Durchseuchung des Holzbocks. Laut Angaben des Robert-Koch-Institutes sind etwa 6 – 35 % der Zecken in Deutschland von Borrelien befallen. Borrelien sind gramnegative Bakterien im Gegensatz zu einer FrühSommerMeningoEncephalitis (FSME) Bei der FSME liegt eine Virusinfektion vor, für die es eine effektive Impfung gibt.

Das Risiko, durch einen Zeckenstich mit Borrelien infiziert zu werden, beträgt im statistischen Mittel in Deutschland etwa 2–6%. Dabei spielt eine Rolle, wie lange die Zecke im Menschen verbleibt, da die Übertragung der Borrelien erst stattfindet, wenn eine Wanderung der Erreger vom Mitteldarm der Zecke zu den Speicheldrüsen stattgefunden hat (Stunden). Im Gegensatz zur FSME ist für die Übertragung von Borrelien von der Zecke auf den Menschen eine Saugzeit von mindestens 24–48 Stunden erforderlich Die Länge der Saugzeit kann an der Größe des Hinterleibs der Zecke abgeschätzt werden. Ist er nicht angeschwollen, so liegt die Saugzeit unter diesem Zeitraum.

Daher gilt für die Prophylaxe:

Neben der Primärprävention mittels Expositionsvermeidung (geschlossene Kleidung, Anwendung von Repellentien bei Aufenthalt in der Natur) ist es hilfreich, nach dem Aufenthalt in der Natur den Körper zeitnah nach Zecken abzusuchen und selbstverständlich eine ggf. festsitzende Zecke zu entfernen.

Zecken haben kein „Gewinde“. Deshalb sind Ratschläge einer Drehung für das Entfernen haltlos. Mit einer Pinzette oder einer sogenannten Zeckenkarte kann der Saugapparat der Zecke direkt gefasst werden und in gerader Richtung langsam herausgezogen oder abgestreift werden, ohne den Hinterleib der Zecke zu quetschen. Sollte eine vollständige Entfernung nicht gelingen und ein „schwarzer Punkt“ verbleiben, so ist das nicht von Bedeutung. Der verbleibende Stechrüssel der Zecke selbst ist für die Borrelienübertragung irrelevant. Er wird über die Zeit aus der Epidermis abgestoßen.

Im Gegensatz zur ebenfalls durch Zecken übertragenen FSME gibt es für die Borreliose keine Möglichkeit der Impfprophylaxe.

Mehrfach in der Literatur diskutierte Empfehlungen einer antibiotischen Sofortprophylaxe nach Zeckenstich sind aufgrund der Datenlage nach wissenschaftlichen Kriterien nicht haltbar.

Eine antibiotische Behandlung sollte nur bei einer klinischen Symptomatik in Absprache mit dem Hausarzt-Facharzt begonnen werden.

Klinische Borreliosemanifestationen lassen sich gut therapieren und haben eine gute Prognose. Auch wird durch eine effektive Therapie die Entwicklung einer weiteren späteren Manifestation gestoppt.

Die Empfehlungen zur Länge der Therapie (mindestens 14 bis 28 Tage je nach Medikament und Symptomatik) berücksichtigen den langsamen Teilungszyklus des hoch komplexen Erregers.

Hautmanifestationen

Der „Klassiker“ unter den durch Borrelien übertragenen Erkrankungen ist das Erythema migrans (EM), im Volksmund auch als „Wanderröte“ bezeichnet, was die korrekte wörtliche Übersetzung darstellt

Beim EM handelt es sich um eine Frühmanifestation, die einige Tage bis vier Wochen nach dem Infektionszeitpunkt auftritt. Die lokale Infektion kann als Fleck beginnen. Die Größe des betroffenen Hautareals nimmt stetig zu. Die Läsion ist kreisförmig bis oval, zeigt eine Randbetonung und oft eine zentral hellere Farbe. Die Größe des Erythems kann als wichtiges Kriterium für den Verdacht auf ein EM herangezogen werden. Als Faustregel für die Praxis gilt: Was größer als ein 2-Euro- Stück ist, ist verdächtig auf ein EM. Kleinere Rötungen sind lediglich lokale unspezifische Reaktionen auf den Zeckenstich.

Das EM ist schmerzlos bis beschwerdearm, kann aber auch jucken oder brennen.

Als Prädilektionsstellen gelten die Kniekehlenregion und die Beckenregion. Im Frühjahr und Herbst kommen die meisten Fälle vor. Fieber, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl und Abgeschlagenheit können hinzukommen. Schwerere Krankheitsbilder sind Entzündungen von Hirnnerven und vor allem Gelenkentzündungen (Arthritis), meist, aber nicht immer ist nur ein großes Gelenk (Knie, Ellenbogen o.ä) betroffen. Die Entzündung des Herzens (Myocarditis) ist eine Rarität (1 %).

Also keine Panik – Ruhe bewahren. Zum Arzt rennen und sofort Laboruntersuchungen auf Borreliose machen, bringt auch erst etwas nach einigen Wochen!! In frühen Phasen kommt es sehr häufig vor, dass die Suchtests negativ sind, auch wenn schon ein Erythema migrans zu sehen ist. Hier muss die Diagnose rein klinisch gestellt werden. Nur die Klinik ist hier vorherrschend: Sie allein entscheidet über eine antibiotische Therapie: Und ein positiver AK ist noch kein Beweis

Denn der Nachweis von Antikörpern gegen Borrelien – auch wenn er wiederholt und persistierend geführt wird – ist nicht äquivalent mit einer aktiven Erkrankung.

Dies kann einfach an einem Beispiel erläutert werden:

Masern als Kinderkrankheit führen zur Immunität gegen Masern und es bleiben in der Regel lebenslang Antikörper gegen Masern im Blut nachweisbar. Wenn bei einem Patienten mit einer Hautkrankheit Masernantikörper nachgewiesen werden, kommt niemand auf die Idee, die Krankheit als „chronische Masern“ zu bezeichnen, bzw. „chronische Masern“ wäre eine falsche Diagnose.

Tatsächlich sieht man immer wieder einmal Patienten, die eine dokumentierte Borreliose durchgemacht haben, antibiotisch behandelt wurden, jedoch innerhalb von sechs Monaten nach Diagnose lange Zeit generalisierte muskuloskelettäre Schmerzen, Fatigue und kognitive Störungen aufweisen. Solche Patienten wurden in mehreren großen kontrollierten Studien langdauernd antibiotisch behandelt, jedoch hatte die Therapie keinen Einfluss auf die Symptome. Auch zeigte sich, dass die Häufigkeit dieser unspezifischen Symptome bei Patienten mit durchgemachter Lyme-Borreliose nicht größer war als in einer vergleichbaren Kontrollgruppe ohne durchgemachte Erkrankung. Die Kausalität zwischen einer Borreliose und unspezifischen Befindensstörungen ist also sicher fragwürdig, vor allem aber sind Antibiotika ineffektiv.

2015 aus: Prof. Dr. med. Johannes R. Bogner: Tipps für eine sinnvolle Borreliendiagnostik MMW, Fortschritte der Medizin 2015 unter Bearbeitung von Dr. Peter Ahrens, Verden

Copyright © 2018 Kanzlei Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen Brilon, siehe www.jagdrecht.de
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