Gute Nachrichten für Häuslebauer und Modernisierer

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Brilon-Totallokal: Gute Nachrichten für Häuslebauer und Modernisierer

brilon-totallokal: Die in 2016 eingeführte EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie hat Kunden und Banken in Sachen Immobilienkredit das Leben schwer gemacht, aber jetzt gibt es positive Nachrichten.

Dank der aktuell von der Bundesregierung vorgelegten Verordnung gibt es deutlich mehr Klarheit und die Messlatte für eine Kreditvergabe an Häuslebauer und Modernisierer ist jetzt weniger hoch. Gerade junge Familien und Senioren profitieren davon. André Becker, Wohnungsbauberater bei der Sparkasse, erklärt die neuen Verordnungen.

Welche Vorteile haben die neu formulierte „Leitlinien zur Kreditwürdigkeitsprüfung bei Immobiliendarlehen“?

André Becker: Senioren aber auch junge Familien haben es seit 2016 schwerer gehabt einen Kredit für Wohneigentum zu erhalten, da Formulierungen im Gesetz zur Umsetzung der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie unterschiedlich gedeutet werden konnte. Nun hat die Bundesregierung diese Vorgaben präzisiert und somit für mehr Klarheit gesorgt. Die Chancen auf Kreditbewilligung für unsere Kunden erhöhen sich damit.

Inwiefern profitieren ältere Menschen von dem neuen Regelwerk?

André Becker: Die Richtlinie sah vor, das Immobiliendarlehen noch zu Lebzeiten vollkommen zu tilgen. Nach dem Willen des Gesetzgebers mussten diejenigen, die zum Beispiel einen Alterswohnsitz mit 65 Jahren erwerben wollten, nach 15 Jahren schuldenfrei sein. Für ältere Bauherren und Käufer ist die Situation nun besser als vor dem Inkrafttreten der EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie, weil der Gesetzgeber auch für sie eine langsame Entschuldung abgesegnet hat. Die Kreditwürdigkeit wird auf Basis der Wahrscheinlichkeit überprüft, dass der Darlehensnehmer seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Der entscheidende Unterschied: Mit den neuen Regeln können jetzt Sicherheiten wie Wohnimmobilien in die Berechnungen mit einfließen.

Wie profitieren denn junge Familien?

André Becker: Wir können mit der neuen Verordnung positive Ereignisse im Lebenslauf berücksichtigen. Dazu zählen die Verlängerung oder Entfristung eines Beschäftigungsverhältnisses oder die Wiederaufnahme einer Berufstätigkeit, zum Beispiel nach Elternzeit, sowie eine Aufstockung der Arbeitszeit nach Teilzeittätigkeit. Hier zählt zu einem großen Teil unsere Einschätzung der Lebenssituation des Kunden. Genau das ist unsere Stärke – wir kennen unsere Kunden – und das können wir jetzt wieder im Sinne unserer Kunden nutzen.

Welche weiteren Vorteile sehen Sie in der neuen Verordnung?

André Becker: Einen Kredit können Banken problemlos gewähren, wenn der Wert der Immobilie die Kreditsumme übersteigt. Wer zum Beispiel modernisieren möchte, hat gute Chancen, die Kosten mit einem Immobilienkredit abzudecken. Wenn Sie zum Beispiel Fenster für ca. 20.000 EUR in Ihrer Immobilie ersetzen möchten, deckt der Wert der Immobilie problemlos die Kreditsumme. Das findet jetzt größere Berücksichtigung in der Beurteilung. Gleichzeitig bekommen unsere Berater wieder mehr Handlungsspielraum in besonderen Einzelfällen, die es immer mal gibt. Auch wenn wir standardisierte Vorgaben für die Prüfung der Kreditvergabe anwenden müssen, können wir von diesen abweichen und nach individuellen Umständen entscheiden.

Die Sparkasse Hochsauerland ist sehr bürgernah und kennt viele Kunden persönlich. Vergeben daher Ihre Mitarbeiter Kredite nach eigenem Ermessen und lassen eine positive Bewertung der Lebensumstände in die Beurteilung einfließen?

André Becker: Die Sparkasse Hochsauerland setzt seit eh und je auf den Dialog mit unseren Kunden. Wir kennen sie besser als jede Direktbank, können daher ihre finanzielle Situation und die Lebensumstände besser einschätzen. Das erleichtert die Entscheidung zu einer Kreditvergabe häufig. Aber auch wir waren und sind gezwungen uns an die EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie zu halten. Daher begrüßen wir die neue Klarheit durch die Verordnung. Unsere Entscheidungen und Empfehlungen an unsere Kunden fällen wir weiterhin seriös und mit Augenmaß. Für maßgeschneiderte Lösungen sind wir in der Region bekannt. Interessenten können uns jederzeit ansprechen.

BU.: André Becker, Wohnungsbauberater Sparkasse Hochsauerland

Foto: ©Sparkasse Hochsauerland

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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