Stichwort der Woche: Kein Geld für Mario!

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Brilon-Totallokal: Stichwort der Woche, von Norbert Schnellen

brilon-totallokal: In der vergangenen Woche wurde öffentlich, dass die Deutsche Rentenversicherung auf ihre Rücklagen im Jahr 2017 Strafzinsen in Höhe von knapp 50 Millionen Euro zahlen musste. Das klingt zunächst einmal recht unspektakulär, denn jeder der heute größere Summen anlegt muss damit rechnen, dass ihn die Strafzinsen der EZB treffen. Bei über 30 Millionen Versicherten macht das im Schnitt ja auch nur gut 1,50 Euro für jeden, aber es ist trotzdem ein Alarmsignal. Denn es sind ja nicht nur die Strafzinsen, die aus unseren Rentenbeiträgen gezahlt werden, sondern das Fehlen jeglicher Zinseinkünfte belastet uns Beitragszahler noch ungleich stärker.

Zur Zeit sprudeln die Einnahmen der Sozialkassen durch die gute Konjunktur wie nie zuvor, was aber passiert in einer Rezession? Schon jetzt sind immer mehr Kleinverdiener beitragspflichtig, das Renteneintrittsalter schiebt sich kontinuierlich nach oben und gerade den unteren Einkommensgruppen beschert das derzeitige Berechnungsmodell eine Rente auf Sozialhilfeniveau – und das nach einer lebenslangen Arbeitsleistung! Unser Rentensystem ist zutiefst ungerecht weil ganze Berufsgruppen, wie Beamte und Freiberufler, nicht zu diesem Solidarsystem herangezogen werden. Die zunehmende Automatisierung, gerade im Bereich der Produktion, füllt nur die Taschen einiger reicher Erben und Großaktionäre. Von diesen Gewinnen landet nichts in der Rentenkasse, obwohl doch eigentlich die Roboter, die mehrere Arbeitsplätze ersetzt haben, jetzt auch die Rente für ihre menschlichen Vorgänger zahlen müssten.

Diese Problematik ist der Politik seit Jahrzehnten bekannt und passiert ist – nichts. Momentan reitet man auf der guten Konjunkturwelle und kann sogar noch ein paar Wahlgeschenke verteilen. Nachhaltiges Denken ist in Berlin anscheinend aus der Mode gekommen. Denn jetzt wäre der beste Zeitpunkt das Rentensystem komplett umzubauen und ein vollkommen anderes, sozial ausgewogenes Vorsorgemodell zu schaffen, das auch künftigen Rentner- und Beitragszahler- Generationen noch ein auskömmliches Alterseinkommen, beziehungsweise bezahlbare Beiträge garantiert. Gerade im Hinblick auf die Industrie 4.0 können die Altersbezüge für die breite Masse der Bevölkerung nicht allein aus den Arbeitseinkommen finanziert werden. Zur Finanzierung einer gerechten Gesellschaft, in der die Generationen friedlich zusammen leben können, müssen alle Einkünfte herangezogen werden. Dazu muss eine Mindestrente geben, die deutlich über Sozialhilfeniveau liegt und auch eine „Maximalrente“, denn wer im Berufsleben ein hohes Einkommen hat, kann für seine „Luxusrente“ selber vorsorgen. Bei einem so aufgestellten Rentensystem brauchte man auch keine Gelder zu horten und Mario Draghi müsste auf seine Strafzinsen verzichten.

Ihr Norbert Schnellen

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

brilon-totallokal.de
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