Alle festangestellten Ryanair – Piloten in Deutschland wurden zum Streik aufgerufen. 250 Flüge wurden bereits gestrichen.

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Brilon-Totallokal: Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen recherchieren für Sie!

brilon-totallokal: Passagiere haben unterschiedliche Rechte: Flugpassagiere müssen über die Streichung informiert werden. Wahlrecht: Rückerstattung des Ticketpreises oder kostenloser Umbuchung – Evtl.: Zahlung einer Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro

Recht auf Information
Die Europäischen Fluggastrechteverordnung verpflichtet, im Fall von gecancelten Flügen umfassend über die Annullierung sowie ihre Rechte informiert zu informieren, zumindest über Reiseportale oder Reisebüros. Das Risiko, dass die Information über die Flugannullierung nicht rechtzeitig beim Reisenden ankommt, muss sie dann aber selbst tragen. Dies hat der Europäische Gerichtshof in einer jüngeren Entscheidung (EuGH, Urteil v. 11.05.2017, Az.: C-302/16) ausdrücklich klargestellt.

Der Reisende kann von der Airline entweder verlangen, dass auf einen anderen Flug umgebucht oder der bereits gezahlte Flugpreis zurückerstattet wird.

Zusätzlich können Flugreisende bei Streichung ihres Flugs Anspruch auf Zahlung einer entfernungsabhängigen Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro haben. Entscheidend dafür ist einerseits, ob sie rechtzeitig vor der Annullierung ihres Flugs erfahren haben und andererseits, wann der Ersatzflieger landet.

Rechtzeitig bedeutet mindestens 14 Tage vor dem geplanten Abflug. Flugreisende können ansonsten diese Zahlung immer verlangen.

Eine wichtige Rolle spielt hierbei allerdings unter anderem die Landung des Alternativflugs. Erfährt der Flugreisende 7 bis 14 Tage vor dem geplanten Abflug von der Annullierung und landet der angebotene Alternativflug über zwei Stunden vor bzw. vier Stunden nach dem annullierten Flug, steht dem Fluggast die Zahlung der Entschädigung zu. Erfährt der Fluggast weniger als 7 Tage vor dem geplanten Abflug von der Flugannullierung – was aktuell bei vielen betroffenen Ryanair-Kunden der Fall ist –, gibt es die Entschädigung schon, wenn der Alternativflug über eine Stunde eher bzw. über zwei Stunden später landet. Es spielt hierbei keine Rolle, ob er den Alternativflug annimmt oder den Flug storniert, denn bei der Ausgleichszahlung handelt es sich um einen zusätzlichen Anspruch.

Häufig versuchen Fluggesellschaften geltend gemachte Entschädigungsforderungen mit der Begründung abzulehnen, dass ein „außergewöhnlicher Umstand“ Grund für die Annullierung gewesen wäre. Die Gerichte sind aber bei der Annahme eines außergewöhnlichen Umstandes sehr streng.

Es kann sich daher durchaus lohnen, seinen Entschädigungsanspruch mit anwaltlicher Hilfe einzufordern.

Rechtsanwalt Mühlenbein + Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen

www.muehlenbein.de

Copyright © 2018 Kanzlei Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen Brilon. Erstellt von RA Josef Mühlenbein

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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