VHS-Vortrag mit Diskussion: geflohen, vertrieben – angekommen!?

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Brilon-Totallokal: Prof. Dr. Jochen Oltmer beleuchtet Aspekte der Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert

brilon-totallokal: Das Thema „Flucht und Vertreibung“ hat vor allem seit dem Sommer 2015 eine enorme Aktualität erfahren, die noch kurz zuvor nicht vorstellbar gewesen wäre. Tausende Menschen erreichten seinerzeit täglich die Europäische Union und über die Balkanroute schließlich die Bundesrepublik. Worte wie „Flüchtlingswelle“ oder „Völkerwanderung“ waren zu hören und zu lesen. Auch wenn uns mittlerweile, nach dem EU-Türkei-Abkommen im Frühjahr 2016 und einer zunehmenden Sicherung der Grenzen entlang der Balkanroute, deutlich weniger Menschen erreichen, so bleiben die grundsätzlichen Herausforderungen doch erhalten. Flüchtlinge und Vertriebene aus den Kriegsgebieten im Nahen Osten, aber auch aus Afrika und Südosteuropa suchen bei uns Schutz und menschenwürdige Lebensperspektiven.

Die Bilder in den Medien von der Balkanroute erinnerten an die Trecks der Flüchtlinge und Vertriebene, die nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Krieg verlassen haben bzw. nach dem Krieg zwangsweise verlassen mussten und dabei oft nicht mehr besaßen, als das, was sie am Leibe trugen. Viele von ihnen hatten Angehörige im Krieg verloren und waren von den Ereignissen rund um den Krieg schwer traumatisiert worden. Der Vortrag greift daher die aktuellen Herausforderungen auf und bettet sie in den historischen Kontext des Themas ein. Am Beispiel der Flucht und Vertreibung von Deutschen 1933 bis 1945/46 und der aktuellen Situation veranschaulicht sie, wie Mechanismen der Gewaltmigration zu allen Zeiten funktionierten und immer noch funktionieren, aber auch, welche Probleme sich beim Ankommen der Flüchtlinge und Vertriebenen in einer neuen „Heimat“ ergeben.

Prof. Dr. Jochen Oltmer, Historiker und Migrationsforscher, wird in seinem Vortrag auf Parallelen und Unterschiede verschiedener Gewaltmigrationsbewegungen der Geschichte eingehen und dabei durchaus den ein oder anderen unbekannten Blickwinkel eröffnen. Besonders spannend sind diesbezüglich seine Thesen, warum Deutschland gerade im Jahr 2015 von einer massiven Flüchtlingsbewegung erfasst worden ist. Zuhören lohnt sich, Zeit für Fragen und Diskussion besteht ebenfalls.

Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 29. November, ab 18:30 Uhr im Briloner VHS-Haus statt und wird in Kooperation mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. durchgeführt. Anmeldungen sind bei der VHS Brilon telefonisch unter 02961-6416 sowie online unter www.vhs-bmo.de möglich.

Quelle: Friederike Gretsch, Volkshochschule Brilon-Marsberg-Olsber

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

brilon-totallokal.de
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