Arbeiten trotz Krankschreibung?

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Brilon-Totallokal: Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen recherchieren für Sie!

brilon-totallokal: Grundsätzlich ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung kein Arbeitsverbot, sondern lediglich eine vom Arzt gemachte Prognose über den zu erwartenden Krankheitsverlauf. Daher kann ein Arbeitnehmer prinzipiell trotz einer Krankschreibung wieder arbeiten, wenn er sich wieder gesund und arbeitsfähig fühlt.

Auch versicherungsrechtlich ergeben sich keine Bedenken, gemäß den Regelungen für die Unfallversicherung in §§ 2 Abs. 1 Nr.1 sowie 8 Abs. 2 SGB VII und für die Krankenversicherung in § 5 Abs. 1 Nr. 1 SGB V. Anderes gilt für Beschäftigungsverbote, wie sie beispielsweise für Schwangere gelten können.

Ist der Arbeitnehmer jedoch arbeitsunfähig und setzt ihn der Arbeitgeber dennoch ein, so kann er gegen seine Fürsorgepflicht verstoßen und sich schadensersatzpflichtig machen. Von Arbeitsunfähigkeit spricht man, wenn der Arbeitnehmer objektiv nicht mehr in der Lage ist, die ihm nach dem Arbeitsvertrag obliegende Arbeit zu verrichten oder Gefahr läuft, durch die Arbeit in absehbarer Zeit seinen Zustand zu verschlimmern.

Genau das ist ausgeschlossen, da sich der Arbeitgeber im Einvernehmen mit dem Mitarbeiter vergewissert, dass der Mitarbeiter tatsächlich einen einsatzfähigen Eindruck macht. Dann muss der Arbeitgeber keine ärztliche Bescheinigung über die Arbeitsfähigkeit fordern, es genügt die Erklärung des Arbeitnehmers.

Diese Erklärung sollte sich der Arbeitgeber vom Mitarbeiter schriftlich bestätigen lassen!

Der Hausarzt wird meist kein entsprechendes Attest ausstellen. Denn auch wenn eine Gesundschreibung  immer mal wieder von Arbeitgebern gefordert wird – im deutschen Gesundheitswesen gibt es eine solche grundsätzlich nicht. Ist der Arbeitnehmer offensichtlich topfit, kann er auch trotz Krankschreibung wieder arbeiten. Schließlich handelt es sich bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung lediglich um eine Prognose.

Die Unterrichtung der Krankenkasse und der Berufsgenossenschaft ist ebenfalls nicht notwendig ist, aber gerade zu Beginn dieses Arbeitsverhältnisses vielleicht vorsichtshalber angeraten. Und eine Kopie der Erklärung des Mitarbeiters sollte der Arbeitgeber gegebenenfalls dort gleich mit einreichen.

Auch den Mitarbeiter trifft eine Fürsorgepflicht. Wenn absehbar ist, dass er mit einer vorzeitigen Arbeitsaufnahme seine Genesung gefährdet oder gar den Krankheitszustand verschlimmert, sollte er die Dauer der voraussichtlichen Arbeitsunfähigkeit abwarten.  Auch in seiner Freizeit sollte er nichts unternehmen, was seine Genesung gefährdet, muss aber nicht die ganze Zeit in der Wohnung bleiben.

Ein Mitarbeiter, der trotz Krankschreibung seine Arbeit vorzeitig wieder aufnimmt, hat den üblichen Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfallversicherung ebenso wie in der Krankenversicherung. Der Versicherungsschutz umfasst auch die Wege zum Betrieb. Grundsätzlich gilt dies auch für eine kurzzeitige Arbeitsaufnahme.

Rechtsanwalt Mühlenbein + Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen

www.muehlenbein.de

Copyright © 2018 Kanzlei Rechtsanwälte Mühlenbein und Kollegen Brilon. Erstellt von RA Josef Mühlenbein

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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