„Im Frieden begraben Söhne ihre Väter, im Krieg begraben Väter ihre Söhne“

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Brilon-Totallokal: Front 14/18. Der Erste Weltkrieg in 3D – Ausstellung im Haus Hövener, Brilon

brilon-totallokal:  Das Stadtmuseum Haus Hövener Brilon eröffnete am 09. August 2015 mit geladenen Gästen und dem Landschaftsverband Westfalen Lippe – Museumsamt die Sonderausstellung „Front 14/18. Der Erste Weltkrieg in 3D“. Die Ausstellung ist als Sonderausstellung in das Museum Haus Hövener integriert. Sie ist ab Dienstag den 11. August 2015 bis Sonntag den 27. September 2015 von 11:00 Uhr bis 17:00 geöffnet, montags geschlossen. Der Eintrittspreis für die Sonderausstellung beträgt 3,- Euro/Person, für das gesamte Museum 4,- Euro/Person.

Besonderer Bestandteil des 50-jährigen Jubiläums Deutsch – Französische Partnerschaft

Gereon Fritz, Präsident aller deutsch/französischen Partnerschaften, begrüßte die Wahl des Standortes Museum Haus Hövener Brilon für die Sonderausstellung. Es ist nicht nur das Museum der Stadt Brilon, sondern es ist das Museum für die gesamte Region.

In einem großen Bogen vom Wiener Kongress über das Hambacher Fest, den Biedermeier, Bismark, Königgrätz, die Kriege 1870/71 – mit anschließender Ausrufung des Deutschen Reiches, mit dem Bekenntnis zur Nation und nein zum Nationalismus. Dem 3-Kaiser Abkommen 1873 und dem wirtschaftlichen erstarken des Deutschen Reiches, führte er die geladenen Gäste zu den Irrtümern dieses Zeitabschnittes, die letztendlich zum 1. Weltkrieg führten. 1913 hat Deutschland seinen Nachbarn Frankreich wirtschaftlich überholt und zu England aufgeschlossen. Dadurch war Deutschland zu der Zeit zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt. Hieraus entstand das Bestreben Kolonialmacht zu werden und eine Kriegsflotte, die größer als die Englische sein sollte, aufzubauen.

Es war nicht das eine Ereignis, das den 1. Weltkrieg auslöste, es waren vor allem die Unfähigkeiten der jeweiligen Seite, mit dem anderen zu reden oder im zuzuhören. Diskrepanzen ausdiskutieren und nach gemeinsamen Lösungen suchen. Machtstreben und militärische Fehleinschätzungen sowie bedingungslose Partnerschaften führten zu dem Inferno. „Krieg ist das schlachten kleiner Leute die sich nicht kennen. Die, die sich kennen schlachten sich nicht.“ In der Ausstellung wird auch die Erinnerung an das Gemetzel in den Stellungskriegen, Hunger, elendige Bedingungen in den Einsätzen, Zerstörung und Tod wach. Zweiundsiebzig Nationen befanden sich im Krieg, zwölf Millionen Soldaten kamen zum Einsatz und siebzehn Millionen Tote waren 1918, zum Ende des 1. Weltkrieges zu beklagen. Gereon Fritz hofft zum Schluss seines Beitrages „dass die Politiker und nicht das Militär die Entscheidungsträger sind“.

Die Wahrheit ist immer das erste Opfer des Krieges

Dr. Volker Jakob vom Museumsamt des LWL skiziert die große Gedächtnislücke die bis 2014 in Bezug auf den 1. Weltkrieg herrschte. Erst mit dem 100-jährigen Gedenkjahr 2014 und den diversen Veranstaltungen dazu, kehrte das Ereignis in die Erinnerung und damit in die Gegenwart zurück. Der britische Schriftsteller Kipling hat mit seiner Feststellung dass die Wahrheit immer das erste Opfer des Krieges ist, mehr als recht. Denn das überzogene denken bei den sogenannten Strategen „zu Weihnachten seid ihr wieder zu Hause“ wurde nicht nur durch die Länge des Krieges zu einer Absurdität. Das apokalyptische Abschlachten mit teilweise mehreren einhunderttausend gefallenen Soldaten auf beiden Seiten auf einem Schlachtfeld wurde durch den Stellungs- und Abnutzungskrieg nur noch verstärkt.

Die in der Sonderausstellung zu sehenden 3D-Bilder zeigen nicht die Angst, das Grauen und das Sterben. Sie zeigen nicht die ganze Wahrheit, sondern nur einen Ausschnitt. Diese Bilder sind von deutschen Frontoffizieren zum Teil in den Gefechtspausen gemacht worden, da die Bildtechnik mit Glasplatten arbeitet, zeitaufwendig und kompliziert war. Aus einem Gesamtbestand von ca. siebenhundert Aufnahmen wurden vierzig Aufnahmen für die Sonderausstellung ausgewählt und textlich dreisprachig aufbereitet. Dr. Volker Jakob stellte fest: „Wir haben nicht nur das Recht, sondern nahezu die Pflicht uns mit diesem desaströsen Krieg zu befassen“.

Text + Bild: Peter Kasper

Bildunterschrift: Die Protagonisten der Sonderausstellung „Front 14/18. Der Erste Weltkrieg in 3D“, mit den notwendigen Spezialbrillen. Diese bekommen die Besucher an der Kasse.

v.li.: Reinhard Sommer, Winfried Dickel, Dr. Volker Jakob – LWL Museumsamt, Reinhold Huxoll, Gereon Fritz, Jens Meyer

 

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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