Delegiertenversammlung des Caritasverband Brilon e.V.

Brilon-Totallokal: Anwalt für die Menschen am Rande

brilon-totallokal:  Brilon. Zu der sechsten Delegiertenversammlung des Caritasverband Brilon e.V. (kurz CVB) begrüßte Caritasratsvorsitzender Heinz Hillebrand jetzt 50 Delegierte aus den Caritaskonferenzen und Fachverbänden. Die Delegierten nahmen die Tätigkeitsberichte des Caritasrates und des Vorstandes entgegen. Darüber hinaus wurde sowohl eine Bilanz der vergangenen zwölf Monate gezogen sowie ein Ausblick auf zukünftige Projekte und Planungen gemacht.

Die Delegiertenversammlung ist das höchste beschlussfassende Verbandsorgan und tritt einmal jährlich zusammen. So auch im Jubiläumsjahr: In 2016 feiert der CVB sein 70-jähriges Bestehen. Heinz-Georg Eirund, Vorstand CVB, erinnerte an das Gründungsmotto: „Jede Zeit ist Gottes Zeit. Und Gott braucht uns. Jetzt!“ Wie zu Beginn der Caritasarbeit setze sich der Verband auch heute für die sogenannten Menschen am Rande der Gesellschaft ein und erfülle damit auch ein anwaltschaftliches Mandat. „Menschen mit Behinderung, Senioren, Arme, Kranke oder Flüchtlinge: Sie alle besitzen Rechte. Die Menschen dürfen nicht das Gefühl haben, darum betteln zu müssen, menschenwürdig behandelt zu werden. Die Menschenrechte dürfen nicht infrage gestellt werden. Auch dafür treten wir als Caritas ein“, betonte Vorstand Eirund zum Auftakt: „Wir fragen nicht nach Lebensleistung, sondern als Caritas helfen wir, wenn Menschen in Not sind.“

Die Grundhaltung ist gleich geblieben, hingegen hat sich der Ortsverband verändert. Er ist gewachsen. „Allein in den vergangenen 15 Jahren hat sich die Dienstgemeinschaft verdreifacht“, so Eirund. Über 920 hauptamtliche Mitarbeitende zählt die Caritas Brilon aktuell und ist damit der zweitgrößte Arbeitgeber in Brilon. Ihnen zur Seite stehen die über 1.100 ehrenamtlich Engagierten in den Caritaskonferenzen. Ebenso haben sich die Hilfsangebote verändert. Aus den Suppenküchen und Kleiderkammern der frühen Jahre ist heute ein Sozialunternehmen mit 49 Diensten und Einrichtungen geworden. Senioren, Menschen mit Behinderung, Familien, Kranke, Arme: Die Angebote zur Hilfe, Beratung und Begleitung erreichen alle Generationen. 5.000 Menschen stehen tagtäglich in Kontakt mit den Mitarbeitenden der Caritas Brilon.

Neben dem Alltagswerk in Form von konkreter Hilfe und Begleitung steht beim CVB auch die langfristige, also strategische Ausrichtung der Angebote wie auch der Organisation an sich. 250 Ziele und 60 Leitprojekte sind insgesamt für die 49 Dienste und Einrichtungen gesteckt. Die Zielsetzungen erfolgen mit Blick auf gesellschaftliche wie politische Herausforderung. Zu Letzten gehören unter anderem Gesetzesänderungen wie das anstehende Bundesteilhabegesetz oder das Pflegestärkungsgesetz 2 und 3. Zu den gesellschaftlichen Herausforderungen gehören beispielweise der demographische Wandel und die Digitalisierung. Veränderungen, die alle Arbeits- wie Lebensbereiche tangieren. „Darüber hinaus wollen wir uns zukünftig verstärkt auch der Mitarbeiterorientierung zuwenden“, kündigte Vorstand Eirund an. Werte- und Leitbildvergewisserung soll in 2017 fokussiert werden. Das Leitbild der Caritas Brilon lautet „Dem Menschen dienen“. „Unsere Mitarbeitenden sind Teil der Gesellschaft. Einer Gesellschaft, die sich stetig wandelt. Menschen stehen der Kirche näher, andere auch ferner. Auch das bildet sich in unserer Dienstgemeinschaft ab“, sagte Eirund. Mitarbeitergewinnung und auch Bindung seien nicht Themen, die in Zukunft wichtig würden. Fachkräfte werden bereits heute gesucht. „Deswegen sind wir auch Ausbilder. Und in diesem Jahr freuen wir uns, dass alle Auszubildenden bei uns bleiben wollen und wir die Berufsstarter auch übernehmen können.“ Im Ausbildungsjahr 2016 waren es allein neun Azubis.

Als Gäste sprachen auf der Delegiertenversammlung Simone Geck und Ingrid Asmus von der Caritas-Fachstelle für Integration und Migration über die Situation in der Flüchtlingshilfe. Ein Bereich, in dem das ehrenamtliche Engagement hoch ist. „Aber auch ein Bereich, der für die Engagierten sehr belastend sein kann“, sagte Simone Geck. Die Menschen haben in ihrer Heimat und auf der Flucht schreckliche Dinge erlebt, sind traumatisiert. „Wenn sie dann zu Ruhe kommen, können die psychischen Probleme aufbrechen.“ Um die Beratung der Flüchtlinge sowie die Begleitung und Koordination des ehrenamtlichen Engagements noch besser auszubauen, wurde der Bereich um eine Stelle erweitert. So gehört zum Beratungsangebot jetzt auch eine Sprechstunde mit Dolmetscher. Einen besonderen Dank sprach Heinz-Hillebrand, Vorsitzender des Caritasrates, dem ehrenamtlichen Engagement aus: „Ehren- und Hauptamt – auf diesen beiden Säulen fußt seit jeher Caritas.“

Weitere Infos über Angebote, Hilfen, Projekte und Zahlen gibt es im aktuellen Tätigkeitsbericht auf www.caritas-brilon.de

Quelle: Elke Nierfeld, Caritasverband Brilon

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