Neujahrsempfang 2017 des Wirtschaftsclub Hochsauerland

(Hier zu den Bildern)   Jetzt müssen wir alle nach vorne schauen  – Neujahrsempfang 2017 des Wirtschaftsclub Hochsauerland

brilon-totallokal:  Der Vorsitzende des Wirtschafts-Club Hochsauerland Eckhard Lohmann hatte für den 15. Januar zum Neujahrsempfang in das „Hotel am Wallgraben“ in Brilon eingeladen. Ca. 150 Mitglieder, Ehrengäste und Freunde waren der Einladung gefolgt.Besonders begrüßte er das Mitglied des Bundestages Dirk Wiese, das Mitglied des Landtages NRW Matthias Kerkhoff, die Bürgermeister der Städte Brilon, Dr. Christof Bartsch und Marsberg Klaus Hülsenbeck, den Wirtschaftsförderer Oliver Dülme von der BWT Brilon. Josef Brücher, der nach 25jähriger Vorstandstätigkeit bei der Volksbank Brilon-Büren-Salzkotten eG zum Jahreswechsel 2016/2017 in den Ruhestand verabschiedet worden war und seinen Nachfolger im Amt Thorsten Wolff.Als jüngstes Mitglied im Wirtschafts-Club stellte er Johannes Rump, Geschäftsführer der Oventrop GmbH & Co. KG vor. In diesem Zusammenhang konnte er mitteilen das im abgelaufenen Jahr der stärkste Mitgliedszuwachs seit bestehen des Wirtschafts-Club zu verzeichnen war.

Zwei neue Termine für 2017 konnte der Vorsitzende bereits mitteilen. Es sind dieses erstens das Unternehmerforum Brilon / Olsberg am 16. Februar um 18:00 Uhr im Kolpinghaus in Brilon und zweites das Sommerfest welches am 1. Juni durchgeführt werden wird. Genaueres hierzu wird später bekannt gegeben. Er forderte die Anwesenden auf, sich rege an den Terminen zu beteiligen. Zum Schluss seiner Ausführungen stellte er den Gastredner der Veranstaltung vor, es ist Dipl. Oec. Martin Ansorge Geschäftsführer Finanzen/Verwaltung der EGGER Holzwerkstoffe Brilon.

Brilon in Südwestfalen – menschlich, erfolgreich, echt

Als „Briloner Junge“ so seine Ausführungen ging er kurz an den Anfang der EGGER Geschichte in Brilon ein und brachte sein Unverständnis über den Widerstand der Ansiedlung von EGGER zum Ausdruck. „Ich habe mich schon gewundert, wie man so massiv gegen eine derartige wirtschaftliche Stärkung einer Region wettern kann.“ Aus damals 200 in Aussicht gestellten neuen Arbeitsplätzen sind bis 2017 1.050 geworden. Bis heute sind in den Standort Brilon ca. 550 Millionen Euro investiert worden. Allein in den letzten fünf Jahren wurden ca. 75 Millionen Euro, davon allein in den letzten zwölf Monaten mehr als 25 Millionen investiert. Das zeigt, so Martin Ansorge sehr schön, die nach wie vor hohe Dynamik des EGGER-Standortes Brilon. Aber warum investiert EGGER so viel und vor allem so nachhaltig in Brilon? Ganz einfach „weil Brilon ein hoch wirtschaftlicher, profitabler Standort ist!“

Seit nunmehr 14 Jahren arbeitet Ansorge als kaufmännischer Geschäftsführer innerhalb der EGGER Unternehmensgruppe, dabei hat er in diversen Standorten seine Tätigkeit ausgeübt, ist aber immer bei seinem familiären Mittelpunkt Brilon geblieben. Diese Zeit bezeichnet er selbst als Erfahrens wert ohne jedoch die Heimatregion zu vergessen.“Man kann gerne mal raus in die große weite Welt, sollte das Wiederkommen jedoch nicht vergessen!“

Willkommen im Jobparadies Südwestfalen

Es gab Zeiten, da erhielt die Firma EGGER monatlich Hunderte an Initiativbewerbungen, so Martin Ansorge. Diese Zeiten sind vorbei! Es hat den unübersehbaren Wandel des Arbeitsmarktes gegeben.Diese Veränderung hat etwa 2010 eingesetzt. Erstmals gab es mehr  Ausbildungsplätze als Bewerber. Dieses trifft vor allen Dingen den Bereich der höherqualifizierten Stellen. Zwar ist die Fluktuation bei EGGER z. Z. deutlich unter ein Prozent. Das ist zwar einerseits begrüßenswert, hat aber zur Folge, das in ca. zehn Jahren etwa 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Betrieb verlassen. Das sind dann etwa ein Drittel der Belegschaft.

Was tun wir als Unternehmen dagegen? Wir bemühen uns, für unsere Arbeitnehmer attraktiv zu sein. Darüber hinaus haben wir vor einigen Jahren die Unternehmensinitiative BigSix Brilon gegründet. Ein toller Zusammenschluss partnerschaftlich zusammenarbeitender Unternehmen mit einem gemeinsamen Ziel: „nicht nur die wirtschaftliche Stärke, sondern auch die Regionsattraktivität über Brilon hinaus weiter bekannt zu machen.“ Alle bis jetzt zehn BigSix Mitglieder haben sich dem Verein „Wirtschaft in Südwestfalen“ angeschlossen. Dadurch könne sie im Verbund noch mehr erreichen. Die Ziele dieser Firmen sind absolut die gleichen. Erwähnt sei Maßnahmen setzen gegen den demografischen Wandel, den Fachkräftemangel in der Region. Junge Leute holen und noch viel wichtiger ist es sie  hier zu halten!. BigSix engagiert sich für die Aufrechterhaltung eines breiten Ausbildungsangebotes, insbesondere der dualen Ausbildung, eine stärke von EGGER.  Die zehn Firmen helfen bei der Unterstützung der Schaffung einer ausgezeichneten Infrastruktur.In diesem Zusammenhang stellt sich bezüglich des Weiterbaues der B7n in Altenbüren ihm die Frage, ob die plötzlich entdeckte Wildkatze in diesem Bereich vielleicht doch nur ein entlaufener zerzauster Stubenkater war und es hier 2017 tatsächlich schnell weitergeht.

Brilon, das Sauerland, Südwestfalen – ist der Inbegriff für Heimat

Menschen wollen ein zu Hause haben! Unsere Natur, unser Vereinsleben, unsere Tradition und nicht zuletzt unsere Innovationskraft, das sind unsere Stärken.Gerade in Zeiten wie diesen müssen wir für diese Werte einstehen und sie vorleben. Warum gehen Menschen in Metropolregionen wie Hamburg, München und andere?  Vieles was es dort gibt, gibt es auch hier. All das haben wir in Südwestfalen. Wir sind in Brilon profitabel, dafür sprechen nicht zuletzt Gewerbesteuereinnahmen von 21 Millionen Euro. Unsere Region ist die drittstärkste Industrieregion in Deutschland, sogar die stärkste in Westfalen. Hier sind mehr als 150 Weltmarktführer hoch innovativ und leben zudem noch in einem tollen Naturumfeld. Hierauf ausruhen kann sich niemand. Das das so bleibt, ist eine Aufgabe von allen. Von Unternehmen, Mitarbeitern bis hin zu ranghohen Politikern. Die nächste zu bewältigende Aufgabe heißt Industrie 4.0. Es ist die DIGITALISIERUNG.

Zu Industrie 4.0 gehört auch die Bildung 4.0. Digitalisierung muss auf industrieller, wirtschaftlicher und staatlicher Ebene vorangetrieben werden. Die auf Bundesebene eingeführte „One-in-One-out“ Regelung (jede neue Anforderung muss in gleichem Maße bürokratischen Aufwand abbauen) ist ein guter Anfang. Die Betriebe müssen die sogenannte schlanke Verwaltung aber auch  spüren.Digitalisierung muss also auch auf staatlicher Ebenen noch deutlich stärker vorangetrieben werden. Digitalisierung verändert die betrieblichen Lehr- und Lernprozesse. Der Arbeitsmarkt wird sich weiter radikal verändern. Digitale Bildung ist die Antwort auf wandelnde Beschäftigungsanforderungen. Bildung 4.0 ist eine Voraussetzung für Arbeit 4.0. In allen für die Unternehmen relevanten Themenfeldern wird es massive Veränderungsprozesse geben und entsprechende Herausforderungen. „Für alle!“ Aber es sind Herausforderungen und Chancen. Digitalisierung braucht keine Berater, sie braucht Unternehmer, Menschen.Über den Erfolg und die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen wird nicht mehr nur die ökonomische Leistungsfähigkeit entscheiden. Erfolg mit Anstand bzw. Profitabilität und Anstand wird eine zentrale Aufgabe sein, die Unternehmen und Führungskräfte umsetzen müssen.

Anstand schadet keiner Karriere

Mitarbeiter haben einen berechtigten Anspruch darauf, exzellent  geführt zu werden. Wir müssen uns mit der Grundsatzfrage auseinandersetzen, wie ethische Marktwirtschaft aussehen kann. Das heißt wie die Verbindung von exzellenter Unternehmensführung und wirtschaftlichem Erfolg gelingt. Und wie erfolgreich wir dabei sind hängt im  wesentlichen  davon ab,  wie wir als Unternehmer oder Führungskraft uns damit identifizieren und diese Aufgabenstellung authentisch wahrnehmen. Der Hamburger Unternehmer Frank Breckwoldt spricht von den „Vier V’s“ erstklassiger Führung „Vertrauen, Verantwortung, Verbindlichkeit und Verlässlichkeit.“ Für Ansorge sind dies ganz zentrale Elemente werteorientierter Führung. Mitarbeiter werden sich zukünftig ihren Arbeitgeber nicht nur nach den Verdienstchancen aussuchen.

Das Gesamtpaket muss stimmen. Passt das gesellschaftliches Agieren  des Unternehmens in sein gesundes Wertesystem und zur Vorstellung der potentiellen Mitarbeiter? Wir werden erkennen müssen, dass das Humankapital in den Arbeitswelten des 21. Jahrhunderts einen hohen Stellenwert erreichen wird.  Zwei bis drei ganz große Herausforderungen, die jedoch mehr als Chance gesehen werden sollten, sind die Digitalisierung und Demografie. Unser Wertesystem, unsere Tradition und unsere Authentizität werden uns beim Durchschreiten dieser Revolution immer ein guter Wegweiser sein. Unternehmensethik und damit exzellente Führungskultur wird die dritte Herausforderung sein. Es ist festzuhalten: „Es sind immer die Menschen, die in einem Unternehmen etwas bewegen … oder eben nicht!“ Mit Vollgas in die Zukunft? Ja, aber nur wenn wir alle gemeinsam aufs Gaspedal treten!

Zum Schluss gab Eckhard Lohmann bevor er zum Buffet bat, noch ein Bonmot des Ehrenvorsitzenden Hubertus Stickel zum besten: „Was ist bei uns anders als bei den anderen? Wir haben die kürzesten Reden und das bessere Essen.“

Bildunterschrift: Der Vorstand des Wirtschaftsclub Hochsauerland anlässlich des Neujahrsempfang 2017 im Hotel Am Wallgraben in Brilon mit den Ehrengästen und dem Festredner Dipl. Oec. Martin Ansorge – Geschäftsführer Egger Holzwerkstoffe

 Text: Peter Kasper / Bilder Ulrich Trommer

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