Die späten Briloner Hexenprozesse

Brilon-Totallokal: „Hexenprozesse“ – Themenabend im Museum Haus Hövener

brilon-totallokal: Der Briloner Heimatbund – Semper Idem und das Haus Hövener laden am Freitag, 23. März, um 19:00 Uhr zum sechsten Geschichtsthemenabend ins Museum Haus Hövener ein. Thema des Vortrages ist das aktuellste Forschungsprojekt über die Hexenprozesse in Brilon.

Wie Zahnräder greifen Heimatbund und Museum ineinander, sobald es darum geht, die Geschichte der Stadt ihren Bürgern näherzubringen. Dieses gelang kürzlich wieder durch die Erschließung von Quellen über die Hexenprozesswelle, die die Bürger gegen Ende des 17. Jahrhunderts erschütterte. Bisher war nur wenig über dieses dunkele Kapitel der Vergangenheit bekannt. Der Stadthistoriker Gerhard Brökel hat dazu geforscht. Diese Forschungsergebnisse werden nun durch Verhörprotokolle und Anklageschriften vervollständigt. Dem Museum Haus Hövener gelang es mit Hilfe des Arbeitskreises „Alte Schriften“ des Briloner Heimatbundes – Semper Idem e.V., diese einzigartigen Dokumente durch die Transkriptionen der Bevölkerung  zugänglich zu machen. Jetzt kann die Justizgeschichte der Zeit erzählt werden.

Auf knapp 100 Seiten sind die Schicksale zweier Frauen verewigt. Beide konnten dem Teufelskreis aus Denunziation, Verhör, Folter und letztendlichem Urteil nicht entgehen. Anna Amalia Muschel wurde 1684 der Hexerei bezichtigt. Es entwickelte sich ein typischer Hexenprozess, der zuletzt mit der Hinrichtung der Frau endete. Ganze 48 Jahre später sollte sich die aus Hannover stammende Reisende Veronika Weigmann gleichen Anschuldigungen ausgesetzt sehen.

Doch zwischen den beiden Verhandlungen bestehen große Unterschiede. Vergleicht man die Prozesse, ergibt sich eine ergreifende Geschichte, die es zu erzählen gilt. Wer waren diese Frauen? Was warf man ihnen vor? Und wie sind diese relativ spät einsetzenden Prozesse zu erklären? Diese Fragen werden während des Vortrages beantwortet. Dabei geht es auf keinen Fall um das Erzählen von Schauermärchen. Vielmehr ist es das Ziel, objektiv, kritisch und ohne Scheuklappen, die eigene Geschichte besser zu verstehen“, erklären die Verantwortlichen des Museums Haus Hövener und des Briloner Heimatbundes.

Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter Telef. 9639901 wird gebeten. Referent des Abends ist Carsten Schlömer, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Museums Haus Hövener.

Bild: In den Stadttoren wurden verurteilte Hexen und Zauberer eingesperrt

Quelle: Carsten Schlömer / Wiss. Mitarb. MHH

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