Frühjahrstagung der Museumslandschaft Hochsauerlandkreis in Brilon

Brilon-Totallokal: Am Dienstag, den 24. April, fand zum ersten Mal die Frühjahrstagung der Museumslandschaft Hochsauerlandkreis in Brilon statt.

brilon-totallokal: Über 20 Museen, Heimatstuben und andere Kulturhäuser nahmen teil und bewiesen, wie gut das kulturtouristische Netzwerk in der Region verbunden ist.

Um der Veranstaltung einen passenden Rahmen zu bieten, fanden sich die Teilnehmer unter dem Vorsitz des Sauerlandmuseums Arnsberg im Bürgersaal des Rathauses ein. Bürgermeister Dr. Christof Bartsch begrüßte als erster Bürger der Stadt die Konferenzteilnehmer. Er betonte, wie wichtig eine Netzwerkbildung über die Dörfer- und Städtegrenzen hinaus ist, denn nur so können die kulturellen Schätze des Sauerlandes einer breiten Öffentlichkeit vor Augen geführt werden. Dies beziehe sich nicht nur auf die Darstellung der Vergangenheit, sondern besitzt auch einen Aktualitätsbezug, Geschichte und Kultur als wichtiges Gut für die Gegenwart zu erkennen. Dr. Bartsch wies auch auf die internationalen Hansetage 2020 hin. Diese seien eine gute Gelegenheit, die besondere Vielfalt der Region einem internationalen Publikum vorzustellen.

Damit dieser öffentliche Auftrag noch gezielter erfüllt werden kann, wollte die Konferenz die Frage beantworten, wie Museen auch in Zukunft Erwachsene aber auch vor allem junge Menschen erreichen können. Als innovative und neue Werbeplattform wurde den Anwesenden die pädagogische Landkarte NRW vorgestellt. Sobald Kulturhäuser diesem digitalen Portal kostenfrei beitreten, können Lehrerinnen und Lehrer jeglicher Schulformen die jeweilige Umgebung nach passenden Bildungspartnern untersuchen. Ziel hierbei ist es, den Schülerinnen und Schülern eine freiere Bildung zu ermöglichen und auch abseits des regulären Unterrichts, den Schulalltag qualitativ zu bereichern.

Wie dies konkret gelingen kann, zeigte ein Erfahrungsbericht aus dem Museum Haus Hövener. Dessen Prämisse war, dass die schulische Bildung ein wichtiges Standbein der musealen Aufgaben sei. Eine Kooperation mit einer oder mehreren Schulen müsse daher für jedes Museum eine Pflicht darstellen.

Als Referenten begrüßte die Tagung Stephan Brunnert und Thomas Schlees vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Deren Vortrag „Handling of Arts“ bot den Teilnehmern eine Beantwortung der Frage, wie mit historischen Artefakten fachgerecht umgegangen werden muss. Aspekte wie Lichteinfall auf Exponate, die Raumtemperatur und Sicherheitsstandard für Museumsmitarbeiter standen im Zentrum des Workshops. Diese Handreichung für den technischen Umgang hatte den Sinn, auch zukünftig hochwertige kulturelle Schätze zu erhalten und letzten Endes auch dem Besucher zeigen zu können.

Den Abschluss der Tagung bildete ein Rundgang durch das Museum Haus Hövener. Unter der fachkundigen Führung der Museumsmitarbeiter konnten einige Teilnehmer der Tagung zum ersten Mal das klassizistische Gebäude intensiv in Augenschein nehmen. Das Resümee der Tagungsprämiere in Brilon fiel positiv aus. Einerseits zeigte sich wieder einmal, dass das Sauerland als ländliche Region wertvolle Kulturinstanzen beinhaltet, die es zu bewahren gilt. Andererseits machte die Museumskonferenz deutlich, wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen den Museen ist. Für die Stadt Brilon war die Tagung eine besondere Gelegenheit, das Bildungsnetzwerk des Sauerlands zu stärken. Die Stadt, die bald ihren 800-jährigen Geburtstag feiert, unterstrich so ihre Absicht, die Region Süd-Westfalen über ihre Grenzen hinaus als einen kultur-touristischen Besuchermagnet zu erhalten.

Quelle: Carsten Schlömer, Museum Haus Hövener

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