Hallo, hallo, schön, dass DU da bist – Eingewöhnung in der Coronazeit

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Für 17 Kinder beginnt zum neuen Kindergartenjahr 2020/21 ein neuer und aufregender Lebensabschnitt. Auch für die Eltern und pädagogischen Fachkräfte ist in diesem Jahr Vieles noch ein wenig spannender wie es sowieso schon immer ist.

 

brilon-totallokal: Im März hatte es die komplette landesweite Kitaschließung gegeben. Vier Monate sind seitdem vergangen. Was hat alle Beteiligten bewegt, gefordert oder auch erfreut?

 

Gleich zu Beginn hatten wir eine Schrecksekunde, berichtet Kitaleitung Manuela Elias.

Eine Mitarbeiterin war positiv getestet worden- zum Glück hatte sich- auch aufgrund der vielfältig getroffenen Hygienemaßnahmen- niemand angesteckt, fast alle Erzieher mussten aber erst einmal in Quarantäne. Da nur 1 Kind in der Notbetreuung gewesen war, wurden die anderen Eltern durch einen Rundbrief informiert, waren aber nicht konkret betroffen.

 

Gut unterstützt fühlten wir uns durch das Krisenteam unseres Trägers, die Kita gem. GmbH Hochsauerland Waldeck, die monatelang Tag und Nacht über ein Notfalltelefon erreichbar waren und unsere Regionalleitung Manuela Schmitz, die uns stets mit Rat und Tat zur Seite standen, bedankt sich Manuela Elias rückwirkend.

 

In den folgenden Wochen durften ja dann zunächst nur wenige Kinder von Eltern systemrelevanter Berufe die Kita besuchen, später dann auch alle, die im Rahmen einer Integration betreut wurden oder Sozialleistungen bezogen. Dadurch hatten schon rund zwei Drittel der 77 Kinder einen Anspruch wieder die Kita zu besuchen, viele Eltern waren zu diesem Zeitpunkt aber noch sehr unsicher und verängstigt. Auch die Erzieherinnen sorgten sich um die Kinder, die sie teils über Monate nicht gesehen hatten- geht es allen gut, haben alle genug zu Essen, ist das Kindeswohl gefährdet- über Rundmail etc. blieb man in Kontakt. So wurde Kontakt zu Dirk Wiese ,MdB, aufgenommen und dieser ließ freundlicherweise in einem Infoschreiben die vielfältigen Corona- Unterstützungsmöglichkeiten des Staats allen Eltern zukommen. Ab dem 8. Juni durften dann alle Kinder wieder in die Kita, mit eingeschränkten Betreuungszeiten. Darüber freuten wir uns sehr, stellten uns allerdings auch die Frage, wie besonders die 24 Kinder unter 3 Jahren auf den Neustart reagieren würden.Teilweise wurden „neue Eingewöhnungen“ unter den Hygiene-und Abstandsregeln geplant.

 

Doch die Kinder überraschten uns sehr. Es gab zwar kein Bällebad, keine Kuschelecken, die Betten standen weiter auseinander und das Kuscheltier musste morgens direkt ins eigene Bett, aber das wichtigste war wie immer. Die Erzieherinnen waren nämlich die gleichen und noch genau so nett wie vorher! Die Wiedersehensfreude war groß und die Eltern schon nach kürzester Zeit für die Kinder unwichtig. Händewaschen beim „rein kommen“ war sehr schnell selbstverständlich selbst für die Kleinsten- und auch die Bringphase an sich war für viele Kinder im Nachhinein sogar erleichternd, da sie wußten, dass die Eltern die Kita nicht betreten dürfen- keine langen Diskussionen, kurzes Tschüss und dann ging`s auf Entdeckungsreise. Aufgrund der vorgegeben Settings durften die Kinder jetzt jedoch nicht in anderen Gruppen spielen oder Kontakt haben. So gab es feste Sitzplätze beim Essen und feste Spielzonen auf dem Außengelände. Eigentlich sieht das Konzept der 4 gruppigen Einrichtung es vor, dass die Kinder sich tagsüber in den Gruppen besuchen können und sich so kennenlernen. Das erleichtert den Kleinsten der Mäusegruppe (10 Kinder 0-2 Jahre) dann auch den Gruppenwechsel zu den älteren Kindern, wenn im Sommer die neuen Kinder kommen. Wir teilten die Kleinen, die die Gruppe aufgrund des Alters wechselten so auf, dass immer 4 befreundete Kinder zusammenblieben und die Erzieherinnen leiteten diese Kleingruppen immer wieder zum gemeinsamen Spiel und Kennenlernen an.

 

Nach unseren Sommerferien vom 6.-17.7. wechselten diese Kinder dann direkt in die „neuen“ Gruppen, denn die Settings dürfen aufgrund der Vorgaben des Ministeriums später nicht noch einmal getauscht werden. Das ermöglichte uns aber auch, in dieser Gruppe schon zu diesem Zeitpunkt stundenweise und mit einzelnen Eltern und Kindern mit der Eingewöhnung zu starten. Mit den Eltern der neuen Kinder waren zuvor außerhalb der Öffnungszeit Einzelgespräche mit den Erzieherinnen an der frischen Luft- auf dem Spielplatz- mit Mindestabstand geführt worden. Auch die Masern Impfflicht für neu aufgenommene Kinder ab 1. August wurde dabei thematisiert. Auch die neuen Eltern waren bereits in den Rundmail Verteiler aufgenommen und wurden hier über alle News der Kita informiert und begrüßt. Alles Wichtige gibt es zudem auch immer auf der Homepage der Einrichtung. www.kita-st-elisabeth-brilon.de

 

So müssen beispielsweise laut Ministerium alle Familien, die in einem Risikogebiet waren, nach der Rückkehr noch 14 Tage in Quarantäne bleiben, bevor sie zur Eingewöhnung starten können. Neben allen organisatorischen Aspekten wurde hier auch anhand eines Fragebogens „Das bin ich“ über Entwicklung, Eßgewohnheiten, Lieblingsspiele, Troststrategien, Schlafbedürfnisse und die Familie gesprochen.Zum Kennenlernen der NEUEN gib es in der „Sprachkita“ St. Elisabeth seit Jahren ein bewährtes Ritual. Die Familien gestalten zu Hause ein Fotoalbum mit allen wichtigen Familienmitglieder, wichtigen Ereignissen, Taufe, Geburtstag, Haustier, Lieblingsspielzeug etc.Diese Alben können sich die Kinder im Kitalltag später auch immer wieder anschauen und kommen so mit den pädagogischen Fachkräften leicht ins Gespräch.Auch die verschiedenen Herkunftsländer und Kulturen finden hier Beachtung, haben doch aktuell 59 der 77 Kinder eine Migrationsgeschichte. Aufgrund der Corona Pandemie sagte übrigens niemand seinen Kitaplatz ab.

 

Nun freuen sich alle auf den Regelbetrieb ab 17. August. Dann dürfen die Familien wieder die vollen Betreuungsumfänge nutzen. Die um 10 Wochenstunden eingeschränkten Betreuungsstunden hatten besonders die berufstätigen Eltern vor Herausforderungen gestellt, nicht umsonst haben 66 der 77 Familien aus den verschiedensten Gründen die höchste Betreuungszeit gebucht. Das wird jetzt glücklicherweise wieder möglich!

 

In dieser außergewöhnlichen Zeit auch besonders auf Gott zu vertrauen, das haben die Kinder der katholischen Kita in den letzten Wochen auch bewußt erfahren.So hatten sie in der Notbetreuung Hoffnungssteine bemalt und diese in der Kirche ausgelegt, zu Pfingsten war die Gemeinde zum kontaktlosen Kamishibai Erzähltheater in die Propsteikirche eingeladen. Möge Gott in diesen besonderen Zeiten nun ein besonders wachsames Auge auf alle Kinder, Erzieher und Eltern haben.

 

Quelle: Manuela Elias – Katholische Kindertageseinrichtung St. Elisabeth

 

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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