Bodendecker: Allroundtalente in Zeiten des Klimawandels

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Generell wird deutlich: Die Tage werden heißer und die Böden durch weniger Niederschlag immer trockener

 

Bodendecker sind für Gartenbesitzerinnen und -besitzer selten die Highlights hinter dem Haus. Meist lassen hohe, blütenstarke Pflanzen die Herzen höherschlagen: Stauden wie Sonnenhut und Echinacea, pompöse Hortensien, prächtige Dahlien und daneben rauschendes Chinaschilf. Diese Gewächse übertrumpfen im Sommer die niedrigeren Bodendecker, die oft „nur“ kleine Blüten zeigen und sich vornehmlich mit einem dichten Blattteppich präsentieren. Zurückhaltend, unaufgeregt und dadurch etwas langweilig … könnte man meinen: Tatsächlich haben Bodendecker viel zu bieten. In Zeiten des Klimawandels sind sie aus dem Garten nicht mehr wegzudenken.

 

Hitzetolerante Gartengestaltung

Natürlich gibt es von Jahr zu Jahr Schwankungen beim Wetter – doch generell wird deutlich: Die Tage werden heißer und die Böden durch weniger Niederschlag immer trockener. Vor allem jetzt im Sommer ist der Klimawandel deutlich spürbar und im Garten leider auch zu sehen. Viele Pflanzen lassen die Blütenköpfe hängen oder rollen ihre Blätter ein. Dagegen hilft häufiges Gießen – aber oft beschleicht uns dabei ein schlechtes Gewissen. Denn ein sorgsamer Umgang mit Wasser wird von Jahr zu Jahr wichtiger. Natürlich heißt das nicht, dass man sich von den durstigen Lieblingspflanzen im Garten verabschieden muss. Aber Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner raten, den Schwerpunkt in Zukunft auf robuste, hitzetolerante Gewächse zu setzen.

 

Neben den prachtvollen Präriestauden und luftigen Gräsern gibt es auch in der Gruppe der Bodendecker eine Vielzahl an Arten und Sorten, die mit schwierigen klimatischen Bedingungen gut umgehen können. Dazu gehört zum Beispiel die Katzenminze (Nepeta x faassenii), eine trockentolerante Staude, die wenig Ansprüche an den Boden stellt. Mit der Zeit bildet sie einen dichten Teppich aus silbergrauen bis frischgrünen, herrlich duftenden Blättern. Im Frühsommer schmückt sie sich mit lilafarbenen Blüten, die bei Biene und Co. äußerst beliebt sind. „Ein mutiger und gekonnter Schnitt nach der Hauptblüte regt die Pflanze sogar zu einer zweiten Blüte im Spätsommer an“, weiß Dr. Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL). „Der Rückschnitt ist auch deshalb zu empfehlen, weil sich die Katzenminze ansonsten von selbst aussät und immer mehr Raum im Garten einnimmt.“

 

Auch der Kriechende Thymian (Thymus praecox) steckt Hitze und Trockenheit gut weg. Hierbei handelt es sich um eine trittfeste Staude, die tatsächlich sogar als Rasenersatz gepflanzt werden kann. Das Besondere: Beim Betreten geben die Blätter ein würziges Parfüm frei. Im Sommer deutlich weniger auffällig, aber ebenso robust und bodendeckend ist die Fächer-Zwergmispel (Cotoneaster horizontalis). Das Gehölz zeigt kleine, runde Blätter, die sich im Herbst – je nach Sorte – Rot färben. Zeitgleich hängen an den Ästen kleine leuchtende Beeren, die für Vögel bis in den Winter hinein wichtige Nahrung sind. Dr. Michael Henze vom BGL: „Kleinblättriges Immergrün (Vinca minor), Günsel (Ajuga reptans), Elfenblume (Epimedium x perralchicum), Wollziest (Stachys byzantina) – die Liste hitzeverträglicher Bodendecker ist lang und bietet für verschiedene Gartensituationen und -wünsche die passende Auswahl.“

 

Die (unbekannten) Talente der Bodendecker

Doch Bodendecker können noch mehr, als „nur“ Hitze und Trockenheit auszuhalten. Ihr größtes Talent ist ihr dichter Wuchs. Mit der Zeit bilden sie eindrucksvolle Teppiche, die sich schützend über den Erdboden legen. So verhindern sie, dass der Boden an heißen Sommertagen viel Wasser verdunstet und zu stark austrocknet. Bei Starkregenfällen, die aufgrund des Klimawandels immer häufiger auftreten, dienen die Beete als wichtige Versickerungsflächen. Bodendecker festigen mit ihren Wurzeln zugleich das Erdreich. So kommt es viel seltener zu Erosionen, vor allem in Hanglagen. Durch ihren kompakten Wuchses hat Unkraut kaum Platz zum Wachsen und der Pflegeaufwand sinkt.

 

„Häufig wählen Gartenbesitzerinnen und -besitzer die Pflanzen in ihrem Garten wegen schöner Blüten und attraktivem Laub aus. Ebenso wichtig ist es aber, auch die ganz praktischen Aspekte mitzudenken“, betont Dr. Michael Henze vom BGL. „Und hier spielen Bodendecker wirklich weit vorne mit. Sie können viel und verlangen wenig! Und trifft man die richtige Wahl, erfreuen sie darüber hinaus auch noch Auge und sogar Nase.“ Weitere Informationen auf www.mein-traumgarten.de.

 

Quelle: Alina Riemer, NED.WORK Agentur + Verlag GmbH
Foto: BGL. – Bodendecker können viel und verlangen wenig! Und trifft man die richtige Wahl, erfreuen sie darüber hinaus auch noch das Auge.

 

 

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

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