Dr. Eckart von Hirschhausen zur WDR-Dokumentation „Hirschhausen und Long Covid – Die Pandemie der Unbehandelten“

 

Seit zwei Jahren ist bekannt, dass Covid bei vielen auch jungen Menschen zu Long Covid führt und diese oft schwer betroffen sind

 

Dr. Eckart von Hirschhausen zeigt in der WDR-Dokumentation „Hirschhausen und Long Covid – Die Pandemie der Unbehandelten“, wie unzureichend die Diagnose, die Versorgung und der Wissensstand zur Wirksamkeit der Behandlungen bei Long Covid sind. Nach der Veröffentlichung in der ARD Mediathek im Juni zeigt das Erste am Abend (17.10.2022) eine aktualisierte Fassung mit neuen Informationen.

 

Dazu Dr. Eckart von Hirschhausen: „Es ist mir wirklich unverständlich, dass sich im dritten Jahr der Pandemie niemand wirklich verantwortlich fühlt, eine wissenschaftliche Basis für die Behandlung der von Long-Covid Betroffenen zu schaffen. So werden die Patientinnen und Patienten mit ihren gesundheitlichen Problemen – und mit der Suche nach einer Behandlung – alleine gelassen.“

 

In der Dokumentation zeigt Dr. Eckart von Hirschhausen unterschiedliche Behandlungsformen, die Long Covid-Patient:innen derzeit probiert werden. Eine – die Blutwäsche – lässt er auch selbst an sich ausprobieren, als er an einer akuten Covid-Infektion litt. Dass es bislang aber noch keine fundierten und evidenten Studien gibt, ist Teil seiner Rechercheergebnisse: „Keine dieser Behandlungen ist ein erwiesenes oder empfehlenswertes Verfahren. Was wir dringend brauchen, sind mehr aussagekräftige Studien an universitären Zentren.“ In der Dokumentation wird an mehreren Stellen explizit darauf hingewiesen, dass es noch keine wissenschaftlichen Evidenzen zu den vorgestellten Behandlungsmethoden gibt.

 

Prof. Dr. med. Carmen Scheibenbogen: „Der Film ist insofern wichtig, als dass er aufzeigt, zu welchen Problemen die bislang unzureichende Unterstützung von klinischen Studien von Long Covid führt. Seit zwei Jahren ist bekannt, dass Covid bei vielen auch jungen Menschen zu Long Covid führt und diese oft schwer betroffen sind und dass wir bislang kaum Versorgungsstrukturen und gezielte Behandlungsmöglichkeiten dafür haben. In ihrer Verzweiflung greifen die Erkrankten auf vielfältige nicht geprüfte Therapieansätze zurück. Klinische Studien zu machen unterliegt heutzutage extrem hohen bürokratischen Hürden, so dass es selbst mit einer Infrastruktur wie an der Charité nur noch mit großer Anstrengung möglich ist, klinische Studien durchzuführen. Und es kostet viel Geld. Hier sind alle in der Verantwortung, Politik wie pharmazeutische Industrie, es endlich zu ermöglichen, dass klinische Studien mit ausreichender Unterstützung rasch durchgeführt werden können.“

 

Die Dokumentation „Hirschhausen und Long-Covid – Die Pandemie der Unbehandelten“ steht seit Juni 2022 in der ARD Mediathek zur Verfügung. Die Version, die am 17.10.2022 im Ersten ausgestrahlt und dann ebenfalls in der ARD Mediathek abrufbar sein wird, wurde in der Zwischenzeit aktualisiert. So zeigt der Film, dass es der 13-jährigen Olivia aktuell besser geht. Und auch die Passage, in der sich Dr. Eckart von Hirschhausen der Blutwäsche-Behandlung unterzieht, wurde überarbeitet.

 

Dr. Eckart von Hirschhausen hat am 11. Oktober 2022 in Berlin in Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftsjournalistischen Arbeiten für das Fernsehen mit dem Georg von Holtzbrinck Preis für Wissenschaftsjournalismus 2022 in der Kategorie Elektronische Medien erhalten. In der Begründung der Jury heißt es: „Durch seine persönliche Herangehensweise bei der filmischen Dokumentation von Corona-Erkrankungen, die er mit einer umfassenden und beeindruckenden Recherche verbindet, beleuchtet Dr. Eckart von Hirschhausen den Kampf der Wissenschaft gegen Corona mit außergewöhnlichem Einsatz.“

 

Quelle: WDR Kommunikation / Westdeutscher Rundfunk
Original-Content von: WDR Westdeutscher Rundfunk, übermittelt durch news aktuell

Fotocredit: AdobeStock 318864730

 

 

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