Jeder Mensch erlebt Trauer anders – Rotary Club Brilon-Marsberg spendet dem Hospizverein Brilon Ausbildung einer Trauerbegleitung – Gruppe für Kinder geplant – Projekt „Gegen Einsamkeit“
Brilon. Der Rotary Club Brilon-Marsberg unterstützt den Hospizverein Brilon in seinem ehrenamtlichen Engagement und finanziert mit 3000 Euro die Ausbildung einer weiteren Trauerbegleitung. Von den derzeit 15 ehrenamtlich tätigen Sterbebegleitern – 14 von ihnen sind Frauen – haben aktuell vier diese Fortbildung absolviert, eine Maßnahme läuft, zwei weitere sind geplant. Die Unterstützung des Hospizvereins Brilon ist Teil des rotarischen Jahresprogramms, das die amtierende Doppelspitze des Clubs – Dr. Joachim Schmidt und sein Sohn Dr. Christoph Schmidt teilen sich die Präsidentschaft – unter das Motto „Gegen Einsamkeit“ gestellt haben.
Seit Corona, so der Vorsitzende des Hospizvereins, Pfarrer i.R. Rainer Müller, werde der bereits 1998 gemeinsam von der katholischen und evangelischen Kirchengemeinde Brilon gegründete Verein vermehrt angesprochen. Vor allem die Ende 2024 in der Derkeren Straße 10 eingerichtete Kontakt- und Anlaufstelle des Vereins habe die öffentliche Wahrnehmung der Hospizarbeit erheblich gesteigert.
Mit der Sterbebegleitung bietet der Verein todkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase Beistand, manchmal – so der Vorsitzende – erreiche eine Anfrage um Unterstützung den Verein erst „zwei, drei Tage“ vor dem Ableben des Patienten, dann, wenn der Arzt „die finale Diagnose“ gestellt habe. Der Umfang der Begleitung erfolge situationsbedingt, wenn gewünscht, bleibe der begleitende Mitarbeiter auch über Nacht.
Bei Abschied nicht allein sein
Trauerbegleitung setzt nach dem Tod ein. Sie soll Hinterbliebene dabei unterstützen, den Verlust zu verarbeiten und neue Lebensperspektiven zu finden. Beide Bereiche überschneiden sich dabei: Sterbebegleitung unterstützt auch die Angehörigen im Rahmen der Palliativ-Versorgung in der „vorweggenommenen Trauer.  Ziel der Palliativ Care ist unter anderem, Patienten und ihren Angehörigen ihre Würde zu wahren und Lebensqualität zu erhalten, unabhängig davon, ob die Versorgung zu Hause, im Krankenhaus oder in einer Pflegeeinrichtung stattfindet. Der Hospizverein, so der Vorsitzende, kooperiere dabei mit dem regionalen Palliativ-Netzwerk Soest-HSK.
Die Form der Trauerbegleitung, so Doris Bensmann, gemeinsam mit Gabriele Blüggel eine der beiden Koordinatorinnen des Vereins, erfolgt je nach Wunsch und individuellem Bedarf als solitäres Gespräch oder aber als Begleitung über einen längeren Zeitraum. Im vergangenen Jahr waren das elf Einzelgespräche und sechs Begleitungen. Außerdem läuft zurzeit eine Trauergruppe, in der sich mehrere Erwachsene nach dem Verlust eines nahestehenden Menschen treffen.
Neue Gruppe nach Ostern
Neu aufgenommen hat der Verein die Trauerarbeit mit Kindern. Im vergangenen Jahr hat es sieben Fälle dieser besonderen Form der Unterstüzung gegeben, darunter befanden sich mehrere Schulkinder, denen der Tod einer Lehrerin besonders nahe gegangen war. Nach Ostern möchte der Verein auch für Kinder eine Trauergruppe einrichten.
Wer Kontakt mit dem Hospizverein Brilon aufnehmen möchte, kann sich unter 0151 61591137 an Doris Bensmann oder Gabriele Blüggel wenden. Außerdem stellt sich der Verein auf seiner Homepage www.brilon-hospiz.de vor. Das Team bietet seine Unterstützung Menschen im Raum Brilon und Olsberg unabhängig von Ethnie, Herkunft und Religion an. Die Begleitungen sind kostenlos.
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Quelle: Jürgen Hendrichs / i.A. Hospizverein Brilon
Bild: Der Rotary Club Brilon-Marsberg finanziert dem Hospizverein Brilon die Ausbildung einer Trauerbegleitung. Hier RC-Präsident Dr. Christoph Schmidt (l.) und der Vorsitzende des Hospizvereins, Rainer Müller.
Fotocredit: Rotary Club Brilon-Marsberg



