Hochsauerlandkreis: 70 Bäckereien mit 1.470 Beschäftigten – NGG Südwestfalen wirbt fürs Handwerk: „Öfter mal zur Bäckerei um die Ecke“
Öfter mal zur Bäckerei um die Ecke: „Die rund 70 Bäckereien und ihre Filialen im Hochsauerlandkreis können mehr Kundschaft gebrauchen“, sagt Isabell Mura von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). Die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen warnt vor einer „Kunden-Ebbe“ bei Bäckereien im Hochsauerlandkreis.
„Mit dem Run auf die Brotregale beim Discounter setzen die Menschen die Backtradition aufs Spiel. Schon in den ersten Wochen dieses Jahres sind in vielen Bäckereien im Hochsauerlandkreis weniger Brote und Brötchen, weniger Torten, Kuchen und süße Teilchen über den Verkaufstresen gegangen“, so Isabell Mura. Das mache Bäckereien wirtschaftlich zu schaffen. Es gehe jetzt darum, den „Trend zur Tradition des Bäckerhandwerks“ neu zu beleben.
Für viele Kunden sei dabei „das gute Gewissen, Bewährtes zu erhalten und fair bezahlte Arbeit im Hochsauerlandkreis zu unterstützen“, ein wichtiger Punkt.
„Wer beim Bäcker um die Ecke kauft, kauft fair und lecker“, so Isabell Mura von der Bäckerei-Gewerkschaft. So gebe es ab April ein Lohn-Plus: „Bäckergesellen und Fachverkäuferinnen bekommen ab diesem Monat 45 Cent pro Stunde mehr. Sie haben damit am Monatsende 75 Euro zusätzlich auf dem Lohnzettel“, sagt Isabell Mura. Darauf hätten sich die Bäckerei-Gewerkschaft NGG und der Bäckerinnungsverband West am Tariftisch verständigt. Auch wer ohne Ausbildung zum Beispiel am Verkaufstresen bediene, bekomme 25 Cent pro Stunde mehr und habe damit monatlich ein Plus von knapp 42 Euro.
Zudem würden alle Beschäftigten in Bäckereien eine Einmalzahlung bekommen. Wer einen Vollzeitjob mache, erhalte für die Monate Februar und März eine steuerfreie Zahlung von insgesamt 100 Euro. Auf die aktuellen Preise für Brot und Brötchen werde sich der Tarifabschluss allerdings kaum auswirken. „Es gibt also keinen Grund, der Bäckerei den Rücken zu kehren. Im Gegenteil: Fairer Lohn und gute Handwerksqualität sollten es wert sein, beim Bäcker um die Ecke zu kaufen“, ist Isabell Mura überzeugt.
Ohnehin seien Bäckereien – auch beim Lohn – „sehr bodenständig“:
„Im Hochsauerlandkreis geht keiner mit einem Stundenlohn unter 14,10 Euro nach Hause, wenn er in einer Bäckerei arbeitet, die ordentlich bezahlt“, sagt Mura. Ein junger Bäckergeselle verdiene sogar 16,39 Euro pro Stunde. Und eine Fachverkäuferin komme gleich nach ihrer Ausbildung auf immerhin 15,32 Euro, so die NGG Südwestfalen.
Die Bäckerei-Gewerkschaft NGG Südwestfalen spricht von einem „fairen, frisch gebackenen Handwerkslohn“, der die Jobs in den Backstuben und an den Ladentheken im Hochsauerlandkreis attraktiv halte. „Immerhin geht es auch darum, die Beschäftigten im Bäckerhandwerk bei der Stange zu halten. Vor allem aber auch, um junge Menschen zu gewinnen, damit die sagen: ‚Wir backen’s‘“, so NGG-Geschäftsführerin Isabell Mura. Insgesamt arbeiten nach Angaben der Gewerkschaft in den Bäckereien im Hochsauerlandkreis rund 1.470 Beschäftigte. Die NGG Südwestfalen beruft sich dabei auf Zahlen der Arbeitsagentur.
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Quelle: Isabell Mura, Geschäftsführerin / Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)
Bild: Backen ist Handwerk: Es lohnt sich, öfter zum Bäcker um die Ecke zu gehen, rät die NGG Südwestfalen. „Das Brot ist lecker. Und die Löhne sind fair“, so die Bäckerei-Gewerkschaft.
Fotocredit: NGG | Tobias Seifert



