Ein Stück Geschichte – Kriegsgefangenenlager Brilon 1945 – Text auf dem blauen Schild … Erinnerung an ein Sammellager für deutsche Soldaten …
Der dem hl. Judas Thaddäus gewidmete Bildstock mit der Aufschrift ,Kriegsgefangenschaft 1945″ wurde von Josef Jakobi aus Dankbarkeit für seine glückliche Heimkehr aus der eigenen Kriegsgefangenschaft errichtet.
Der Standort in den Aawiesen wurde gewählt, weil er auch die Erinnerung an ein Sammellager für deutsche Soldaten, das sich dort vom 6. 4. – 5. 5. 1946 befand, wach halten soll, die bei den Kämpfen im Sauerland in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten waren.
Dieses Kriegsgefangenlager war allerdings nicht die erste Sammelstelle, die die Amerikaner eingerichtet hatten; diese befand sich zwischen Möhnestraße und Xaveriusstraße, um die Lehmgrube der früheren Ziegelei Kraft. Überliefert ist, dass ein Soldat, dessen Name unbekannt ist, auf der Flucht in der Nähe des Franziskushäuschens erschossen wurde.

Weil dieser Platz zwischen den Häusern zu klein und unübersichtlich wurde, wurden die Gefangenen in die Aawiesen verlegt. Unter ihnen waren u. a. die Briloner Heinz Göbel, Günter Göddecke, Willi Hartmann, Walter Jänsch, Hermann Otto, Wilhelm Rummel, Bernhard Weber, Josef Assmuth sowie Josef Lück (Medebach), Alois Middel (Elleringhausen), Siegfried Brauer (Olsberg).
Die Versorgung geschah zunächst durch Briloner Bauern, die mit Pferde- und Kuhgespannen in großen Fässern Trinkwasser und Lebensmittel in das Lager brachten, u. a. Elisabeth Dohle, Franz Jakobi, Wilhelm Jakobi, Johannes Bange, Matthias Hillebrand, Wilhelm Rummel, Josef Thiele …
Dem Soldaten Wilhelm Rummel (Namensvetter) gelang, als Bauer verkleidet, auf dem Wagen des 4›Bauern Johannes Bange die Flucht, einigen wenigen die Flucht durch den Graben des Aabaches. Als die Wachen entdeckten, dass die leeren Fässer bei der Rückfahrt zur Flucht genutzt wurden, wurde dieser Weg der Trinkwasserversorgung verboten. Die Feuerwehr Brilon musste unter der Leitung von Wasserwerksmeister/Josef Frigger eine Schlauchleitung von der Knippenbergstraße aus in das Lager legen.

Bei heftigen Schnee- und Regenfällen, kalten Winden und starker Sonne dienten nur Erdlöcher als Schutz – viele Soldaten wurden krank; die Scheune Hesse (jetzt Wrede) diente als Unterkunft für die Lagerleitung, die Scheune Becker als Lazarett.
Das Krankenhaus und die ›Alte Hirsch-Apotheke‹Holthaus sorgten für Medikamente und Verbandszeug …
Ab Anfang Mai erfolgte dann der Abtransport der Kriegsgefangenen – zuletzt 55000 – mit LKW’s in große Lager bei Rheinsberg, Kreuznach und Remagen – für manche eine Fahrt ohne Wiederkehr, teils weil sie auf der Flucht erschossen wurden wie Josef Lück aus Medebach am 28. 04.1945 bei einem Transport über die Möhnestraße in der Nähe der Ziegelei, teils weil sie in der späteren Gefangenschaft Hunger und unterschiedlichen Krankheiten erlagen.








