Vielfalt als Stärke: Winterberg setzt auf inklusive Beschäftigung – Unternehmerdialog der Wirtschaftsförderung Winterberg bringt Betriebe, Jobcenter, EAA und Caritas zusammen
Winterberg. Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmerschaft, Verwaltung, Wirtschaftsförderung und Caritas sind am 11. Juni 2026 in der Caritas Werkstatt St. Martin zusammengekommen. Thema des Abends: Vielfalt im Job – Chancen erkennen, Potenziale nutzen. Vertreter des Jobcenter Winterberg und der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber stellten ihre Unterstützungsangebote vor. Die Wirtschaftsförderung Winterberg hatte zu dem Dialog geladen.
Sozialer Zusammenhalt und unternehmerische Realität gehören zusammen
Bürgermeister Michael Beckmann eröffnete den Abend mit einem klaren Signal: Soziale und caritative Themen seien keine Randthemen, sie betreffen jedes Unternehmen im Stadtgebiet. „Deshalb freue ich mich, dass unsere Betriebe sich auch sozial engagieren und Verantwortung übernehmen. Soziale Teilhabe hat ihren Preis – und diesen tragen die Städte und Gemeinden über die Kreisumlage in erheblichem Umfang mit. Die steigenden Kosten etwa für die Eingliederungshilfe oder die Hilfe zur Pflege machen deutlich, dass wir eine gerechtere Finanzierung zwischen Bund, Ländern und Kommunen benötigen. Gleichzeitig zeigt dieser Abend, dass Inklusion gelingen kann, wenn Wirtschaft, Sozialträger und öffentliche Hand gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
74 Menschen arbeiten in der Werkstatt St. Martin
Gastgeber des Abends war die Caritas. Engelbert Kraft, Geschäftsführung Teilhabe Arbeit und Bildung St. Martin Werkstätten, begrüßte die Gäste und stellte die Arbeit des Caritasverbandes Brilon und der Caritas Werkstätten St. Martin vor. Am Standort in Winterberg sind aktuell 74 Menschen beschäftigt. Insgesamt bietet die Caritas an fünf Standorten 568 Menschen Teilhabe an
Arbeit und beruflicher Beschäftigung. Eine von vielen Aufgaben des Caritasverbandes, die angesichts der anstehenden Sozialrechtsreformen erheblich unter Druck gerät. „Unsere Werkstatt ist mehr als ein Arbeitsplatz, sie ist ein Ort der Teilhabe. Die Sozialrechtsreform macht uns Sorgen, weil sie genau diese Strukturen gefährdet, die Menschen in Beschäftigung halten“, so Engelbert Kraft.
Andreas Loch, Fachbereichsleiter Begleitende Dienste, stellte in seinem Vortrag „best practice“-Beispiele mit Betrieben für die Inklusion von Menschen mit Behinderungen durch Praktika, Außenarbeitsplätzen oder Übernahme von Werkstattbeschäftigten vor. Thomas Münstermann, Fachbereichsleitung Technische Leitung, präsentierte im Anschluss das vielfältige Leistungsangebot der Werkstätten St. Martin der interessierten Zuhörerschaft.
Jobcenter und EAA: Konkrete Hilfe für Unternehmen
Das Jobcenter Winterberg machte deutlich, dass die Vermittlung von Arbeit Teamwork ist. Maria Sternberg präsentierte das Kundenportfolio: Arbeitssuchende bringen Kompetenzen, Qualifikationen, Motivation und Berufserfahrung mit – gleichzeitig bestehen Hemmnisse wie Sprachniveau, eingeschränkte Mobilität oder gesundheitliche Einschränkungen. Betriebe, die freie Stellen melden, profitieren von gezielter Vermittlung.
Jessica Peters, Fachberaterin für Inklusion der Einheitlichen Ansprechstelle für Arbeitgeber (EAA) beim Integrationsfachdienst Hochsauerland, erläuterte das kostenfreie Beratungsangebot. Die EAA unterstützt Führungskräfte und Personalverantwortliche bei der Ausbildung, Einstellung und Beschäftigungssicherung von Menschen mit Behinderung – von der Antragstellung für Fördermittel bis zur Lotsenfunktion bei komplexen Verfahren. Kontakt über www.eaa-westfalen-lippe.de!
Baumpatenschaften als Zeichen der Wertschätzung
Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann und Bürgermeister Michael Beckmann überreichten am Ende des Abends Baumpatenschaften an die Gastgeber und Referentinnen – ein sichtbares Zeichen der Anerkennung für die geleistete Arbeit.
„Dieser Abend hat gezeigt: Inklusion funktioniert, wenn Betriebe, Sozialträger und Förderinstitutionen miteinander reden. Genau das ist der Auftrag der Wirtschaftsförderung Winterberg“, so Winfried Borgmann, Wirtschaftsförderer der Stadt Winterberg.
Zum Schluss wurden bei einem Rundgang durch die Werkstatt die Leistungsfähigkeit und die produktiven Tätigkeiten der Zweigwerkstatt Winterberg besichtigt und erklärt.
Weitere Informationen zur Wirtschaftsförderung Winterberg unter: www.winterberg.de!
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Quelle: Redaktionsbüro Textzeit | Ralf Hermann | Danziger Weg 3 | 59955 Winterberg |
Abschlussfoto mit Baumpatenschaften nach dem erfolgreichen Unternehmer-Dialog (v.l.): Engelbert Kraft, Herr Zimmermann (beide Caritas), Jessica Peters EAA, Maria Sternberg Jobcenter, Thomas Münstermann Caritas, Bürgermeister Michael Beckmann und Wirtschaftsförderer Winfried Borgmann
Fotocredit:(c) WTW



