Gastronomie im Hochsauerlandkreis soll  Köchen und Kellnern „leckerere Löhne“ servieren

Gastronomie im Hochsauerlandkreis soll  Köchen und Kellnern „leckerere Löhne“ servieren – NGG Südwestfalen: „Gastronomie ständig auf Personalsuche“ – 88 offene Stellen

Vom Hotel über das Restaurant bis zum Biergarten: Rund 6.800 Gastro-Beschäftigte arbeiten in den Küchen, im Service, an den Rezeptionen, Theken und Bars im Hochsauerlandkreis. Aber es könnten mehr sein: „Hoteliers, Restaurantbetreiber und Wirte sind händeringend auf der Suche nach Verstärkung – und zwar immer“, sagt Isabell Mura von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Für die Geschäftsführerin der NGG Südwestfalen hat die Gastronomie im Hochsauerlandkreis einen „Personal-Dauerbedarf“.

Aktuell sind im Hochsauerlandkreis bei der Arbeitsagentur nach Angaben der Gewerkschaft 88 offene Stellen in der Gastronomie gemeldet. Dazu noch einmal 46 unbesetzte Ausbildungsplätze. Isabell Mura wundert das nicht: „Die Gastronomie muss ihre Jobs – branchentypisch zu sagen – einfach ‚leckerer‘ machen. Vor allem die Löhne: Sie muss die Menschen einfach besser bezahlen. Denn im Hochsommer in der heißen Küche zu stehen oder bis 22 Uhr draußen zu bedienen und danach noch die Tische und Stühle zusammenzustellen – darum reißt sich keiner“, so Isabell Mura.

Die NGG fordert daher ein Lohn-Plus von 6 Prozent für die Gastro-Beschäftigten – egal, ob sie in der Küche oder im Service arbeiten. Für die Auszubildenden der Branche soll es zusätzlich zu den 6 Prozent noch mehr geben: „Exakt so viel, wie ein Deutschland-Ticket kostet. Wer sich als Jugendlicher für den Berufseinstieg in die Gastronomie entscheidet, bekommt damit eine Ausbildung inklusive Mobilität mit den Öffis“, so Isabell Mura.

Scharfe Kritik übt die NGG Südwestfalen an dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Nordrhein-Westfalen. „Die Arbeitgeber haben bei der ersten Tarifrunde eine ‚Gastro-Null‘ serviert: Sie haben kein Angebot vorgelegt. Der Dehoga NRW spielt auf Zeit. Er spielt aber leider auch mit der Geduld der Beschäftigten“, macht Isabell Mura deutlich.

Dabei gehe es allerdings „eher um Geiz als um Geldsorgen“. Grundsätzlich sei die Gastronomie im Hochsauerlandkreis nämlich keine Branche, die „knapp bei Kasse ist“: Immerhin zahlten die Betriebe schon seit Januar deutlich weniger Umsatzsteuer, nachdem diese für die Gastronomie von 19 auf 7 Prozent gesenkt wurde.

„Das ist ein kräftiges Steuergeschenk von 12 Prozent. Wenn ein Gastronom im Hochsauerlandkreis daraufhin die Preise auf der Speisekarte gesenkt hat, soll er sich melden: Ich kenne keinen, der fair für seine Gäste nachkalkuliert hat. Und auch bei den Beschäftigten ist davon bislang kaum ein Cent angekommen. Es wird deshalb höchste Zeit, dass sich das jetzt ändert“, sagt Isabell Mura.

Die von der NGG geforderte Lohnerhöhung würde für einen gelernten Koch oder Kellner mit Vollzeitjob mindestens 164 Euro mehr pro Monat auf dem Lohnkonto bedeuten, rechnet die Gastro-Gewerkschaft vor. In der nächsten Woche (Hinweis f.d. Red.: Donnerstag, 16. Juli) kommen NGG und Dehoga NRW zur zweiten Tarifrunde zusammen.

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Quelle: Isabell Mura, Geschäftsführerin / Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

Bild: „Einen Cappu in eigener Sache“. Wer in Hotels, Restaurants oder Gaststätten im Hochsauerlandkreis kellnert oder kocht, soll jetzt selbst besser bedient werden – mit einem Lohn-Plus. Die Gastro-Gewerkschaft NGG Südwestfalen fordert 6 Prozent mehr für die Beschäftigten. 

Fotocredit: NGG | Tobias Seifert 

 

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