First-Responder-Einheiten in Winterberg bestehen ersten echten Härtetest – 49 ehrenamtliche Kräfte sichern seit Juli die medizinische Notfallversorgung der Feuerwehrleute
Eigentlich sollten die neuen First-Responder-Einheiten aus Winterberg, Siedlinghausen und Züschen am Donnerstagabend am Feuerwehrgerätehaus offiziell vorgestellt werden. Bürgermeister Michael Beckmann, Feuerwehrchef Martin Niggemann und Feuerwehr-Pressesprecher Jens Vogelsang waren bereits auf dem Weg dorthin, als die Einsatzkräfte kurzfristig zu einem Lkw-Brand auf die Haarfelder Straße gerufen wurden.
Rettungsdienst fährt nicht mehr zum Eigenschutz mit
Seit Ende letzten Jahres fährt bei Brandeinsätzen kein Rettungswagen des Hochsauerlandkreises mehr zum Schutz der Feuerwehrleute mit aus. Das birgt Risiken, denn ein Einsatz unter schwerem Atemschutz belastet den Körper enorm, und medizinische Notfälle können dabei schneller auftreten als im Alltag. Genau diese Lücke schließen nun die First Responder aus Winterberg, Siedlinghausen und Züschen, die für das gesamte Stadtgebiet zuständig sind.
„Es fährt kein Rettungswagen des Hochsauerlandkreises mehr zum Eigenschutz der Feuerwehrleute mit raus bei Brandeinsätzen“, sagt Winterbergs Zugführer Tim Braun, selbst Notfallsanitäter. Vor allem dafür haben die Kameraden die First-Responder-Einheiten in Winterberg, Siedlinghausen und Züschen in die Feuerwehr integriert.
„Das müssen wir voneinander getrennt betrachten: Auf der einen Seite sichern die First Responder ortsübergreifend die Feuerwehrleute beim Eigenschutz ab, auf der anderen Seite unterstützen sie den Rettungsdienst, wenn dieser ausgelastet ist“, erklärt Wehrführer Martin Niggemann. Beim Eigenschutz unterstehen die First Responder der Feuerwehrleitung, bei der Unterstützung des Rettungsdienstes dem Hochsauerlandkreis.
Vom Pressetermin direkt in den Ernstfall
Kurz vor dem geplanten Pressetermin wurden die Einsatzkräfte auf die Haarfelder Straße gerufen: Dort war laut Meldung der Leitstelle ein Lkw in Brand geraten. Es kam zu starker Hitzeentwicklung hinter dem Vorderreifen auf der Beifahrerseite. Der schwere Atemschutz, den die Feuerwehrleute schon während der Anfahrt angelegt hatten, ließ sich glücklicherweise schnell wieder ablegen, und der Entstehungsbrand war ohne großen Aufwand gelöscht. Die First Responder waren zum Schutz ihrer Kameraden vor Ort, einen passenderen Anlass als ausgerechnet am Tag des geplanten Pressetermins hätte es kaum geben können.
Stadt unterstützt Projekt mit 55.000 Euro
„Unseren Feuerwehrleuten steht kein Rettungsmittel des Hochsauerlandkreises mehr als Schutz zur Verfügung. Das war der Hauptanlass, die First Responder ins Leben zu rufen“, erklärt Martin Niggemann. Er dankte den Kameraden aus Winterberg um Tim Braun und Silvia Schrewe, die beide hauptberuflich im Rettungsdienst arbeiten und sich schon vorher, unabhängig vom Wegfall des Eigenschutzes, um ein solches System bemüht hatten.
Insgesamt 49 Einsatzkräfte stehen den First-Responder-Einheiten inzwischen zur Verfügung. Die Kameraden haben ihre First Responder mit viel Mühe selbst ausgebildet: Dafür stehen rund 3.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit im Plan. „Integriert war auch der 50-stündige First-Responder-Lehrgang nach NRW-Erlass“, erklärt Silvia Schrewe.
Einen besonderen Dank richteten die Feuerwehrleute an den Rat der Stadt Winterberg und Bürgermeister Michael Beckmann. Die Stadt hat 55.000 Euro für das Projekt zur Verfügung gestellt. „Wir hatten bei allen Entscheidungen, unterstützt von der Wehrleitung, komplett freie Hand, bei der Notfallausrüstung, der Schutzausrüstung, der Einsatzkleidung, einfach bei allem“, sagen Tim Braun und Silvia Schrewe.
Bürgermeister würdigt ehrenamtlichen Einsatz
„Ohne Menschen, die sich einbringen, nützen Geld und Ausrüstung wenig. Der eigentliche Wert dieses Projekts liegt im Engagement der Kameradinnen und Kameraden und darin, dass die First Responder auch dann alarmiert werden, wenn der Rettungsdienst ausgelastet ist. Das ist ein echter Mehrwert für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Bürgermeister Michael Beckmann.
Team aus Feuerwehr und externem medizinischem Personal
Die First Responder setzen sich etwa zur Hälfte aus aktiven Feuerwehrleuten zusammen, die andere Hälfte kommt aus externem medizinischem Personal. „Wir haben Rettungshelfer, Rettungssanitäter, Notfallsanitäter und auch Ärzte im Team“, berichtet Tim Braun. Die First Responder sind der Unterstützungseinheit der Feuerwehr angegliedert und entsprechend versichert. Seit ihrer Gründung zum 1. Juli wurden sie bereits zu sieben Einsätzen alarmiert.
Wer die laufenden Kosten der First Responder unterstützen möchte, kann über den Förderverein „Wir in Winterberg“ mit der IBAN DE56 4665 0005 0000 0318 98 mit dem Stichwort „First Responder“ direkt an das Projekt spenden, Spendenquittungen werden ausgestellt. Einen Einblick in die Arbeit der First Responder gibt außerdem der Podcast „Winterberger Heimatgespräche“ von Bürgermeister Michael Beckmann mit Silvia Schrewe und Tim Braun. Dieser Podcast ist bereits online verfügbar auf den gängigen Plattformen.
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Quelle: Stadt Winterberg, Öffentlichkeitsarbeit – V.i.S.d.P. Rabea Kappen
Fotocredit:©Feuerwehr / Stadt Winterberg



