Neue Technik im OP – Hightech in Chirurgenhand: Alexianer Klinikum Hochsauerland führt OP Roboter „da Vinci“ ein

Neue Technik im OP – Hightech in Chirurgenhand: Alexianer Klinikum Hochsauerland führt OP Roboter „da Vinci“ ein

Das Alexianer Klinikum Hochsauerland investiert in die Stärkung der operativen Medizin: Am 15. September wurde am Standort Karolinen-Hospital das roboterassistierte Operationssystem da Vinci angeliefert. Nach einer nun folgenden mehrwöchigen intensiven Schulungs- und Einführungsphase für die beteiligten Teams soll das System noch im Herbst schrittweise in der operativen Patientenversorgung zum Einsatz kommen. Im Fokus stehen zunächst Eingriffe in der Urologie, der Allgemein- und Viszeralchirurgie sowie in ausgewählten Bereichen der Gynäkologie. Damit stärkt das Klinikum zugleich die operativen Möglichkeiten des Onkologischen Zentrums Hochsauerland.

Hightech in Chirurgenhand: Der Roboter operiert nicht allein

Das da-Vinci-System unterstützt Operateurinnen und Operateure bei minimalinvasiven Eingriffen. Der Roboter operiert dabei nicht selbstständig: Die vollständige Kontrolle liegt zu jedem Zeitpunkt bei den erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten. Gesteuert werden die Instrumente von einer ergonomischen Konsole aus. Das da-Vinci-System übersetzt die Hand- und Fingerbewegungen in Echtzeit und mit millimetergenauer Präzision in das Operationsfeld. Dank einer hochauflösenden 3D-HD-Visualisierung mit bis zu zehnfacher Vergrößerung und Instrumenten die über einen größeren Bewegungsradius verfügen als das menschliche Handgelenk – ermöglicht das System ein Gewebe schonendes Operieren selbst in tiefen und anatomisch schwer zugänglichen Körperregionen.

Spürbare Vorteile für Patientinnen und Patienten

Für Patientinnen und Patienten liegt der wesentliche Vorteil darin, dass sich nun auch komplexere Eingriffe minimalinvasiv durchführen lassen können. Je nach Erkrankung und individueller Situation können damit unter anderem eine geringere operative Belastung, weniger Blutverlust und eine schnellere Erholung verbunden sein. Welche Operationsmethode im Einzelfall am besten geeignet ist, wird weiterhin individuell entschieden.

Fachübergreifende Expertise

Ein wichtiges Einsatzgebiet des neuen Systems liegt in der Urologie. „Die Urologie gilt historisch als Wegbereiter und Herzstück der roboter-assistierten Chirurgie. Vor allem bei der radikalen Prostatektomie bei Prostatakrebs sowie bei organerhaltenden Nierenteilresektionen bietet das da-Vinci-System Vorteile. „Wir können Tumore exakt entfernen und gleichzeitig die feinen Nervenbahnen bestmöglich schonen, die für die Erhaltung der Harnkontinenz und der Erektionsfähigkeit unverzichtbar sind“, sagt Dr. med. Theocharis Yiakoumos, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie.

In der Allgemein- und Viszeralchirurgie soll das System unter anderem bei komplexen Eingriffen am Dick- und Mastdarm zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Darmkrebs, aber auch bei ausgewählten gutartigen Erkrankungen. „Gerade bei tief im Becken liegenden Mastdarmtumoren oder ausgedehnten chronisch-entzündlichen Prozessen stößt die klassische Schlüsselloch-Chirurgie an anatomische Grenzen. Mit der 3D-Vergrößerung und den Instrumenten, die beweglicher sind als das menschliche Handgelenk, gewinnen wir eine völlig neue Bewegungsfreiheit. Wir können Tumorgewebe millimetergenau entfernen und zugleich empfindlichste Nervenstränge exzellent schonen“, erläutert Prof. Dr. Ralf Czymek , MBA, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, viszeral- und robotische Chirurgie.

Auch in der Frauenheilkunde kann die roboter-assistierte Chirurgie bei ausgewählten Patientinnen eingesetzt werden. Mögliche Anwendungsgebiete reichen von bestimmten gutartigen Erkrankungen, wie schwerer Endometriose über anspruchsvolle Rekonstruktionen des Beckenbodens bis hin zu gynäkologischen Tumoroperationen. „Durch die sitzende und ergonomische Haltung des Operateurs, dem fehlenden Kraftaufwand in den Schultern, Armen und Händen, bleibt bei aufwendigen Operationen – auch bei adipösen Patientinnen – die Aufmerksamkeit und die körperliche Fitness über vielen Stunden erhalten. Das bedeutet mehrere komplexe Eingriffe an einem Tag sind möglich“, informiert Dr. med. Alexander Boosz, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe.

Teamleistung und strukturierte Einführung

Die Inbetriebnahme des roboter-assistierten Systems ist zugleich ein echtes Teamprojekt und erfolgt in enger Begleitung durch den Hersteller Intuitive. Um höchste Patientensicherheit vom ersten Tag an zu garantieren, durchlaufen die Operateure, die OPFachpflege, das Team der Anästhesiologie sowie die Aufbereitungseinheit für Medizinprodukte (AEMP) ein strukturiertes, mehrstufiges Simulations- und Trainingsprogramm. Damit festigt das Alexianer Klinikum Hochsauerland seine Rolle als Maximalversorger und bietet der Bevölkerung der gesamten Region operative Spitzenmedizin auf universitärem Niveau.

Wer das Da-Vinci-System selbst kennenlernen möchte, hat dazu beim 1. Sauerländer Krebstag am Samstag, 7. November 2026, ab 11 Uhr im Kaiserhaus in Arnsberg-Neheim Gelegenheit. Im Rahmen des Krebstags können Interessierte das robotergestützte Operationssystem aus nächster Nähe in Augenschein nehmen und seine Funktionsweise in einer Simulation auch selbst ausprobieren. Fachärzte des Alexianer Klinikum Hochsauerland informieren zudem darüber, wie die roboterassistierte Chirurgie funktioniert und welche Vorteile die Technologie insbesondere bei ausgewählten Krebsoperationen bieten kann.

Mehr Infos unter: www.klinikum-hochsauerland.de/sauerlaender-krebstag

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  • Quelle: Richard Bornkeßel, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit & Marketing, Leitung
  • Bildunterschrift: (von links nach rechts): Freuen sich über Unterstützung im OP: Prof. Dr.med. Ulrich Göbel, Chefarzt der Klinik für Anästhesiologie, Christian Misch, Leitung Stabsstelle OP-Management, Prof. Dr. Ralf Czymek, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, viszeral- und robotische Chirurgie, Dr. med. Theocharis Yiakoumos, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie und Dr. med. Alexander Boosz, Chefarzt der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (nicht im Bild)
  • Fotocredit: Alexianer Klinikum Hochsauerland

 

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