Brilon: Caritas warnt vor Einsparungen auf Kosten der Teilhabe – Diözesan-Caritasverband und Diözesane Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und Psychiatrie fordern verlässliche Finanzierung und weniger Bürokratie
Brilon/Paderborn (cpd) – Einsparungen in der Behindertenhilfe dürfen Menschen mit Behinderung nicht die Unterstützung nehmen, die sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Das fordern der Caritasverband für das Erzbistum Paderborn und die Diözesane Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und Psychiatrie (DiAG). Sie warnen vor Einschränkungen bei Assistenz und Hilfsmitteln sowie einer unzureichenden Finanzierung tariflicher Personalkosten.
„Ich halte es für das falsche Signal, bei den Menschen mit Behinderung zu sparen“, sagt Ines Lammert, zuständige Fachbereichsleiterin beim Diözesan-Caritasverband. Während die Ziele von Teilhabe und Selbstbestimmung in den Hintergrund gerieten, nähmen Nachweispflichten und Kontrollen zu. Einsparpotenzial sieht sie in der Bürokratie. Wer dagegen Begleitung und Prävention kürze, riskiere höhere Folgekosten: Fehle die Unterstützung beim Übergang auf den allgemeinen Arbeitsmarkt, blieben Menschen womöglich länger auf Werkstätten angewiesen.
Heinz-Georg Eirund, DiAG-Vorsitzender und Vorstand der Caritas Brilon, warnt vor Finanzierungslücken bei den Personalkosten. Für seinen Verband rechnet er bei einer angenommenen Tarifsteigerung von zwei Prozent für 2027 mit rund 880.000 Euro nicht refinanzierten Personalkosten. Die Caritas müsse Tarifsteigerungen bezahlen und zugleich vereinbarte Leistungen und Personalvorgaben erfüllen. „Entsteht an vielen Stellen ein Defizit, müssen wir irgendwann Angebote aufgeben. Darunter leidet dann die Versorgung für die Bevölkerung.“
Ungeklärte Zuständigkeiten zwischen Pflege und Eingliederungshilfe könnten zudem dazu führen, dass Menschen bei wachsendem Pflegebedarf ihr Wohnhaus verlassen müssten. „Für sie ist es ihr Zuhause“, betont Lammert. Lange Wartezeiten bei Hilfsmitteln schränkten ebenfalls Teilhabe ein. Ohne eine elektronische Kommunikationshilfe könne jemand womöglich nicht in der Werkstatt arbeiten und benötige stattdessen mehr Assistenz.
Im Rahmen der NRW-Kampagne „besser machen“ verlangen beide eine stärkere Beteiligung der Betroffenen. „Die Bundesregierung sollte wirkliche Reformen statt bloßer Sparpakete beraten“, fordert Eirund.
Die Diözesane Arbeitsgemeinschaft Behindertenhilfe und Psychiatrie vertritt 155 Einrichtungen und Träger, die mehr als 9.000 Menschen mit Behinderung beraten, betreuen, bilden und fördern.
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- Quelle: Sandra Wamers, Interne | Externe Kommunikation, Marketing, Caritasverband Brilon e.V.
- Bild: Ines Lammert und Heinz-Georg Eirund warnen davor, bei Menschen mit Behinderung zu sparen.
- Fotocredit: cpd/Markus Jonas



