Arm trotz Arbeit – Wenn das Einkommen nicht das Auskommen gewährleistet

Brilon-Totallokal: Die Schuldnerberatung des Sozialdienst kath. Frauen Brilon e.V. erinnert anlässlich einer bundesweiten Aktionswoche an die schwierige Situation von „Aufstockern“

brilon-totallokal:  Brilon – Schichtdienst, Überstunden, Nebenjob – für viele Menschen gibt es trotzdem kein „Auskommen mit dem Einkommen“. Aufgrund zu niedriger Löhne müssen sie trotz täglicher Arbeit ergänzende Leistungen beziehen, um ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können. Darauf weist die Schuldnerberatungsstelle des SkF Brilon anlässlich der bundesweiten Aktionswoche Schuldnerberatung hin, die noch bis zum 19. Juni dauert. Die Woche hat den Titel „Arm und überschuldet – trotz Arbeit“.

Mit Arbeitslosengeld II, auch Hartz IV genannt, müssen die betroffenen Arbeitnehmer ihr Monatseinkommen aufstocken, weil sie sonst notwendige Dinge, wie den Kühlschrank oder das Auto für den Weg zur Arbeit, nicht bezahlen können. „Aufstocker“ werden die Menschen daher genannt, die zwar Einkommen aus einer Erwerbstätigkeit haben, dieses jedoch mit Hilfen vom Staat ergänzen müssen. „Aufstocker geraten häufig in Schuldenfallen, weil sie stets am Existenzminimum leben und kaum Möglichkeiten haben, von dem wenigen Geld etwas anzusparen“, erklärt Martina Herting, Schuldnerberaterin von der Schuldnerberatungsstelle des SkF Brilon „Notwendige Anschaffungen reißen dann schnell ein großes Loch in das Konto.“

Die Fachkräfte der Schuldnerberatung beraten daher häufig Personen mit ergänzenden Leistungen. „Im Jahr 2014 waren 6,7 Prozent der überschuldeten Menschen in Deutschland, die eine Schuldnerberatung in Anspruch nahmen, so genannte Aufstocker“, sagt Frau Herting. „Mit durchschnittlich knapp 38.000 Euro weist dieser Personenkreis höhere durchschnittliche Schulden auf als die Gesamtheit der beratenen Personen.“ Das Team der Sozialberatung für Schuldner unterstützt die Ratsuchenden bei der Reduzierung der Schulden, tritt in Verhandlungen mit Gläubigern und Banken, begleitet sie – falls notwendig – durch ein Insolvenzverfahren und unterstützt sie in der Bewältigung der belastenden Lebenssituation.

Weitere Informationen bei der Schuldnerberatung des Sozialdienst kath. Frauen Brilon e.V., Steinweg 5; Martina Herting Tel.. 02961/960610, [email protected]

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