Brilon-Totallokal: Manch einer steht versonnen vor alten Fotos, die Briloner Häuser und Straßen zeigen…
brilon-totallokal: Manch einer steht versonnen vor alten Fotos, die Briloner Häuser und Straßen zeigen. Eine längst vergangene Zeit, die aber für manchen Besucher der Ausstellung Erinnerungen an die eigene Kindheit oder Jugendzeit wachruft. Andere Gäste wiederum betrachten die Bilder eingehend, um zu erfahren, wie es vor Jahrzehnten in Brilon ausgesehen hat. Auch Geschichten zu den Häusern und die der Bewohner sind vermerkt und geben Zeugnis darüber, wie die Häuser sich im Laufe der Zeit verändert haben und wie sich so manche Familiengeschichte entwickelt hat. Ein weiterer Anziehungspunkt sind Werkzeuge von früher und damalige handwerkliche Erzeugnisse – seien es beispielsweise Schleif- bzw. Wetzsteine und eine „Stabpfeife“ aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts oder eine „einfache Reisepfeife“ aus den 1960er Jahren. Auch alte Schriftstücke wie z.B. die Augsburger „Dietenberger-Bibel“ aus dem Jahr 1776 können in Augenschein genommen werden.
Kaffeeklatsch zu Großmutters Zeiten
In einem Raum ist eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel zu bewundern: Spitzendecke, Geschirr mit Blümchenmuster, Stoffservietten mit fein ziselierten Serviettenringen. Mobilar aus vergangenen Zeiten und eine kunstvoll geschnitzte Holztruhe mit Decken und dergleichen komplettieren den Besuch in die Vergangenheit. Aber auch in der Gegenwart ist ein „Kaffeeklatsch“ nicht zu verachten. Und so passte das Nachbarschaftstreffen am 22. Juli 2017 im wunderschönen Garten des Museums Haus Hövener bestens zu der Eröffnung der Sonderausstellung, die vom 22. Juli bis zum 1. Oktober 2017 läuft.
Nachbarschaftstreffen im Museumsgarten
Winfried Dickel vom Förderverein Haus Hövener e.V. hatte zu Kaffee und Kuchen eingeladen. „Auch im Namen von Wilhelmine Hövener, die wahrscheinlich noch nie so viele Gäste in ihrem Garten begrüßen konnte, heiße ich Sie herzlich willkommen. Auch möchte ich hiermit den alten Brauch des Nachbarschaftstreffen wieder aufleben lassen.“ Zahlreiche Gäste genossen bei strahlendem Sonnenschein das Ambiente eines verwunschen wirkenden Gartens – mit viel Grün und bunter Blumenpracht. Freundschaftliche Begrüßungen sind bei so einem Treffen gang und gäbe. Und so ist auch die Doppeldeutigkeit des Titels der Ausstellung „Guten Tag, altes Haus!“ leicht zu entschlüsseln. Einerseits sind bei der Ausstellung Fotos von alten Briloner Häusern zu bewundern und gleichzeitig begrüßt man sich unter Freunden und Bekannten, die man nicht unbedingt jeden Tag trifft, gerne mit der umgangssprachlichen Redewendung: „Na, altes Haus! Wie geht`s dir?“
Sechs weitere Haustafeln für den Altstadtrundgang
Während des geselligen Nachmittags überreichte Winfried Dickel sechs weitere Haustafeln für den Altstadtrundgang an die jeweiligen Hausbesitzer. Und zwar werden folgende Standorte mit den neuen Schildern versehen: Friedrichstr. 20, Marktstr. 17, Niedere Str. 4, Derkere Mauer 9 und Strackestr. 69. Des Weiteren erhält der Glockenturm eine Haustafel, die von Joachim Richter und Prof. Dr. Klaus Schwarz vom Briloner Lions-Club entgegengenommen wurde. Durch die neuen Hausschilder wird auch das interaktive Stadtmodell im Museum Haus Hövener erweitert, das mehrere hundert Jahre Briloner Stadtgeschichte mittels digitaler Technologie dokumentiert und als weiterer Anziehungspunkt für die Besucher des Museums gilt.
Wer eine schöne Lokalität im Freien für private Feiern und dergleichen sucht, kann den Museumsgarten auch buchen. Entsprechende Informationen erhält man im Museum Haus Hövener.
Foto ( von links: Winfried Dickel (Förderverein Haus Hövener e.V.), Walburga und Rainer Wommelsdorf, Petra Hillebrand, Karl Becker, Prof. Dr. Klaus Schwarz, Joachim Richter, Carsten und Dorothee Lindner).
Text und Foto: Ursula Schilling



