Huberta erzählt Briloner Stadtgeschichten

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Gab es früher auch schon ein Kino in Brilon? Esel Huberta hat nachgeforscht.

brilon-totallokal: Manchmal hatten wir Esel auch Ruhetage. Die hatten wir insbesondere dann, wenn unsere Eseltreiber die Zeit mal ohne Arbeit verbrachten. Dazu gehörten die Schützenfeste oder auch Familienfeiern.

 

Besonders begeistert waren wir, als am 24. August 1918 in Brilon die ersten Filme gezeigt wurden. Es verbreitete sich in der Stadt wie ein Lauffeuer, dass in der Gaststätte Bierquelle am Marktplatz Bilder gezeigt wurden, die „laufen“ konnten. Gleich vier Filme waren in Brilons erstem Kino im Angebot:

 

  • „Das Gesetz der Stunde“ (Humoreske),
  • „Die Schelme“ (Drama),
  • „Die Ernte der Kokusnuss“ (Naturaufnahmen) und
  • „Das unruhige Hotel“.

 

Danach gab es wechselnde Programme. Wir Esel freuten uns, wenn spannende Filme gezeigt wurden und die Eseltreiber beschäftigt waren. Dann konnten wir in Ruhe auf dem Eselskamp grasen. Danach wurden immer mal wieder Filme in dem Rosenbaumschen Saal hinter der heutigen Hirsch-Apotheke auf der Bahnhofstraße gezeigt. 1938 errichtete die Familie Rosenbaum das erste speziell als Kino gebaute Lichtspielhaus. Das heutige Geschäfts- und Bürohaus steht an der Ecke Kreuziger Mauer / Friedrichstraße.

 

Noch im selben Jahr flimmerten die ersten Filme über die Leinwand. Hierzu zählten auch international bekannte Filme wie „Teufelskerl“ mit Spencer Tracy (1938), „Ninotschka“ mit Greta Garbo (1939), „Vom Winde verweht“ mit Clark Gable und Vivien Leigh (1939) oder „Casablanca“ mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergmann (1942). 1974 lief in diesem Haus der letzte Film über die Leinwand.

 

Von 1956 bis in die 70er Jahre bestand das moderne Casino mit 280 Sitzplätzen an der Stelle des Rosenbaumschen Saales. Nachdem beide Kinos aufgegeben worden waren, gab es eine lange kinolose Zeit in Brilon bis ein kleines Kino von dem Bestatter Tilli eingerichtet wurde. Nachdem dieses aufgegeben wurde, gab es lange Jahre keine Gelegenheit mehr, Filme in Brilon zu sehen. Später wurden dann und wann Filme in der Kundenhalle der Sparkasse Hochsauerland gezeigt. Im Moment wird ein großes Kino mit mehreren Sälen vor den Toren der Stadt gebaut. Hoffentlich gibt es dann auch Tierfilme, vielleicht sogar mit Eseln, zu sehen.

 

Bleibt gesund, es grüßen Euch Huberta und das Team des Museums Haus Hövener.
Quelle: Winfried Dickel – Team des Museums Haus Hövener

 

 

Bericht : brilon-totallokal.de - Ihr Nachrichtenmagazin aus Brilon

brilon-totallokal.de
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