1.075 ambulante Behandlungen im Hochsauerlandkreis wegen Insektenstichen / Bei allergischen Reaktionen ist Vorsicht gebotenĀ
Sommerzeit ist Insektenzeit. Die Stiche von Mücken, Bremsen, Wespen und anderen Insekten kƶnnen nicht nur schmerzhaft, sondern auch gefƤhrlich sein. Nach einer aktuellen Auswertung der AOK NordWest mussten im vergangenen Jahr allein im Hochsauerlandkreis 1.075 AOK-Versicherte wegen Insektenstichen ambulant behandelt werden. āFür die meisten Menschen sind Insektenstiche harmlos. Doch es wird gefƤhrlich, wenn der Kƶrper allergische Reaktionen zeigtā, warnt AOK-Serviceregionsleiter Dirk Schneider. Insbesondere anaphylaktische Schocks kƶnnen lebensbedrohlich sein. Bei solchen Reaktionen sollte umgehend der notƤrztliche Dienst unter der Nummer 112 verstƤndigt werden. Das ist keinesfalls übertrieben, denn allein in Deutschland sterben jƤhrlich durchschnittlich 200 Menschen an einer anaphylaktischen Reaktion. Es wird von einer deutlich hƶheren Dunkelziffer ausgegangen, da die Ursache Insektenstich nicht immer erkannt wird.
Sofort-MaĆnahme: Kühlen
Jeder Mensch wird hin und wieder von einem Insekt gestochen ā gerade im Sommer, wenn Mücken, Bremsen, Wespen und Bienen zuweilen in Scharen unterwegs sind. Meist ist ein Stich harmlos: Er schmerzt eventuell ein wenig, die Einstichstelle rƶtet sich und juckt. Es bilden sich kleine Quaddeln und Schwellungen. Anstatt zu kratzen hilft vor allem kühlen. Manche setzen auf Hausmittel wie eine Quarkpackung oder das Einreiben mit einer Zwiebel. Bei starken Symptomen hilft ein Antihistaminikum oder eine cortisonhaltige Salbe aus der Apotheke.
Vorsicht bei Infektionen
Ein Insektenstich kann gefƤhrlich werden, wenn etwa durch Kratzen Bakterien in tiefere Schichten gelangen. Dann droht eine massive Umgebungsinfektion. Diese muss im Einzelfall sogar mit einem Antibiotikum behandelt werden. Auf jeden Fall gilt: Bei einer zunehmenden und langanhaltenden gerƶteten Schwellung sollte eine Ćrztin oder ein Arzt aufgesucht werden.
Allergische Reaktionen auf Insektenstiche
In der Regel ist der Stich spƤtestens nach ein paar Tagen wieder vergessen. Nicht so bei Menschen mit einer Insektengiftallergie. Hier wehrt sich das Immunsystem gegen bestimmte EiweiĆbestandteile des jeweiligen Gifts. Für Betroffene kann diese allergische Reaktion gefƤhrlich werden und zu einem anaphylaktischen Schock führen. In den meisten FƤllen sind es die Stiche von Bienen oder Wespen, die eine allergische Reaktion hervorrufen. Dabei führt ein Bienenstich hƤufiger zu schweren Symptomen als ein Wespenstich. Ćrtliche Sofortreaktionen wie kreisfƶrmige Schwellungen, Rƶtungen und starker Juckreiz breiten sich in der Regel innerhalb von Sekunden aus. Bei der allergischen Systemreaktion kƶnnen SchweiĆausbrüche, Schwindel, Ćbelkeit und Herzrasen auftreten. GefƤhrlich wird es, wenn Kreislaufreaktionen, asthmatische Beschwerden und Schwellungen in den oberen Atemwegen mit starker Luftnot und Bewusstlosigkeit hinzukommen. Dann ist ein anaphylaktischer Schock ein Notfall, der notfallƤrztliche Versorgung erfordert. Eine Insektengiftallergie kann im Extremfall zu einem Atem- und Herz-Kreislauf-Stillstand führen.
Stiche im Mundraum
Besonders gefƤhrlich sind Wespen- aber auch Bienenstiche im Mund- und Rachenraum. In einem solchen Fall sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Wenn mƶglich, sofort innerlich und ƤuĆerlich kühlen: Dazu eignen sich kalte UmschlƤge oder ein in ein Handtuch eingewickelter Kühlbeutel mit Eiswürfeln. Um eine Schwellung zu verhindern, hilft es, Eiswürfel zu lutschen. Besonders vorsichtig müssen Menschen mit einer Insektengiftallergie sein. Für sie kann der Stich einer Wespe sogar lebensgefƤhrlich sein. Allergiker sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen und stets ein Notfall-Set bei sich tragen, das wirksame Medikamente enthƤlt. Im Ernstfall sollte der Notarzt gerufen werden.
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Quelle: Jƶrg Lewe, Spezialist Presse Serviceregion, AOK NordWest. Die Gesundheitskasse.
Bild: Sommerzeit ist auch Insektenzeit: Allein im vergangenen Jahr mussten 1.075 Menschen im Hochsauerlandkreis wegen Insektenstichen ambulant behandelt werden.
Foto: AOK/colourbox/hfr.
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