Brilon, ein blaues Schild am Wegesrand: Escher Hof am Östenberg

Brilon, ein blaues Schild am Wegesrand: Escher Hof am Östenberg – Ein kleines Stück Geschichte …

1338 wird der Weiler Assinchusen erstmals als arnsbergisches, später als kölnisches Lehngut erwähnt. In der Folge ändert sich der Name von Esschergudt über Askerhoff hin zu Escher Hof. Daraus leiten sich ebenfalls die bis heute gebräuchlichen Flurbe-zeichnungen Escher Feld und Escher Linde ab. Der Weiler wurde seit der Wüstungs-periode im ausgehenden Mittelalter nicht mehr bewohnt und von den Eigentümern aus der Stadt Brilon heraus bewirtschaftet. Ab 1412, vielleicht noch eher, ist der Hof im Besitz der Familie Henke. Der Name verweist auf die Kurzform des Namens Heinrich.

Im Zuge der Separation der Briloner Flur – einer frühen Form der Flurbereinigung – bestand ab 1885 die Möglichkeit, landwirtschaftliche Betriebe aus der engen Stadt in die Feldflur auszusiedeln.

1893 kehrten Wilhelm Matthias Henke (1844-1907) und seine Ehefrau Bernhardine geb. Müller (1854-1944) an den Ort zurück, den ihre Vorfahren Jahrhunderte zuvor verlassen hatten, um den Escher Hof (451 m üNN) in seiner heutigen Form aufzubauen. Im Jahr darauf pflanzten sie eine Linde und errichteten einen Bildstock an dem Ort, an dem im Mittelalter die Escher Linde gestanden haben soll. Erweiterungen an den Gebäuden erfolgten in den 1920er Jahren durch einen Anbau im 90-Grad-Winkel an den bestehenden Hof und einen separaten Holzschuppen mit Werkstatt. 1947 wurde auf der gegenüberliegenden Seite des Weges zum Östenberg (516 m üNN) eine Dreschscheune mit Wagenremise errichtet. Durch die Hanglage war eine ebenerdige Erntebergung auf dem Dachboden im hinteren Bereich des Hauses möglich, die sonst eher in der Alpenregion oder im Schwarzwald zu finden ist.

Auf dem Escher Hof lebten 1930 zehn Personen: Die Oma Bernhardine Henke, Ehefrau des Erbauers, ihr Sohn Wilhelm Richard (1883-1960), dessen Ehefrau Christine geb.

Meier (1887-1973) sowie deren Kinder Maria (geb. 1911), Franz (geb. 1912), Elisabeth (geb. 1914), Katharina (geb. 1920), Wilhelmine (geb. 1923), Willi (geb. 1925) und Anna (geb. 1927). Zum Hof gehörten 64 Morgen eigene Äcker, Wiesen und Weiden sowie elf Morgen Pachtland. Der Viehbestand betrug: drei Arbeitspferde, acht Kühe, vier Zuchtsauen, jeweils mit Nachzucht, sowie 120 Hühner, Enten und Gänse. Bis in die 1970er Jahre hinein erfolgte die Stromversorgung ausschließlich mit einem 1933 eingebauten, dieselbetriebenen Stromaggregat, bevor der Hof an das allgemeine Stromnetz angeschlossen wurde. Die Wasserversorgung kam vom sogenannten „Sprinck“, das schon in einer Urkunde von 1578 genannt und aus dem Quellwasser des Östenberges gespeist wird. Die mechanischen Landmaschinen im Hof wurden bis in die 1950er Jahre hinein durch einen Göpel betrieben, der, von einem Pferd im Kreis laufend angetrieben, die Kraft per Gestänge auf die einzelnen Maschinen übertrug.

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Quelle: Brilon-Totallokal.de
Brilon Östenberg, ein blaues Schild am Wegesrand – Ein kleines Stück Geschichte …

 

Brilon ein blaues Schild am Wegesrand Escher Hof am Oestenberg

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