Starkes Signal: Winterberger Rat beschließt Haushalt 2026 einstimmig

Starkes Signal: Winterberger Rat beschließt Haushalt 2026 einstimmig  – Bürgermeister Beckmann begrüßt den Zusammenhalt im Rat, fordert aber von der Landesregierung NRW eine strukturelle Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung

Es war ein Bild politischer Einigkeit: Der Rat der Stadt Winterberg hat den Haushalt 2026 Mitte März einstimmig verabschiedet. Alle Fraktionen stimmten dem Zahlenwerk zu – ein deutliches Zeichen, dass in Winterberg trotz schwieriger Rahmenbedingungen Sachlichkeit und Verantwortungsbewusstsein regieren. Doch hinter dem harmonischen Abstimmungsergebnis steckt eine unbequeme Wahrheit: Die finanzielle Lage der Stadt ist angespannt, und ohne strukturelle Hilfe vom Land Nordrhein-Westfalen wird der Spielraum für kommunales Handeln weiter schrumpfen. Der Haushalt wurde bereits vom Hochsauerlandkreis genehmigt, sodass die im Haushalt verankerten Projekte nun in die Umsetzungsphase gehen können.

Einstimmigkeit als Zeichen des Zusammenhalts

Der Haushalt 2026 weist ein Defizit von rund 4,5 Millionen Euro aus – ein Jahresfehlbetrag, der durch die vorhandene Ausgleichsrücklage abgefedert werden kann. Möglich wurde das durch eine konsequente Haushaltspolitik der vergangenen Jahre: Trotz Corona-Pandemie, Energie- und Flüchtlingskrise sowie außergewöhnlich hoher Inflation hat die Stadt Winterberg seit 2020 Rücklagen von fast zehn Millionen Euro aufgebaut und Schulden in Höhe von fast acht Millionen Euro abgebaut.

Dass alle Ratsmitglieder diesen Haushalt mittragen, wertet Bürgermeister Beckmann ausdrücklich als politisches Signal: In Winterberg zieht man gemeinsam an einem Strang, wenn es ernst wird.

Der Sparstrumpf ist endlich – das Land muss handeln

Gleichzeitig lässt Beckmann keinen Zweifel daran, dass das Polster nicht unbegrenzt trägt. Allein in der mittelfristigen Finanzplanung der Jahre 2027 bis 2029 stehen Defizite von insgesamt rund 9,8 Millionen Euro zu Buche. Ab 2027 wird die Allgemeine Rücklage aufgebraucht sein. Winterberg ist damit kein Einzelfall: Elf von zwölf Kommunen im Hochsauerlandkreis können ihre Haushalte für 2026 nicht mehr ausgleichen.

Die Stadt Winterberg richtet deshalb klare Forderungen an die Bundes- und Landesregierung: Die kommunale Finanzausstattung muss grundlegend gestärkt werden. Kommunen, die immer mehr gesetzlich übertragene Aufgaben erfüllen sollen, brauchen dafür eine angemessene Gegenfinanzierung. Und sie brauchen Planungssicherheit – keine Übergangslösungen, die lediglich Zeit kaufen, aber kein zusätzliches Geld bringen. Ein Baustein sei dabei das Sondervermögen für die Infrastruktur. „Die Diskussion über Zweckentfremdung können wir hier in Winterberg nicht nachvollziehen. Im Gegenteil, wir setzen die Mittel gezielt im Bildungsbereich sowie für die Sanierung und den Neubau von kommunaler Infrastruktur  ein. Klar ist aber auch, wir benötigen weitere Mittel, die wir dem Zweck entsprechend auch sinnvoll einsetzen werden“, so Michael Beckmann.

Winterbergs Bürgermeister ist „froh und dankbar, dass unser Rat diesen Haushalt einstimmig beschlossen hat. Das ist keine Selbstverständlichkeit und zeigt, dass wir in Winterberg die Dinge gemeinsam angehen. Aber wir sagen auch unmissverständlich: Wir stoßen an strukturelle Grenzen, die wir als Stadt alleine nicht überwinden können. Die Kommunen brauchen verlässliche und stetige Mittel. Was wir für Schulen, Daseinsvorsorge oder Integration benötigen, lässt sich kaum auf Dauer aus eigener Kraft finanzieren – nicht in Winterberg, nicht im Hochsauerlandkreis, nicht in NRW. Es ist höchste Zeit, dass Düsseldorf handelt“, betonte der Bürgermeister, der nicht nur bei diesem Punkt die Unterstützung aller Fraktionsvorsitzenden bekam.

Klare Prioritäten trotz Spardrucks

Trotz der angespannten Lage setzt der Haushalt 2026 bewusste Schwerpunkte: Bildung und Schulen, die Freiwillige Feuerwehr inklusive einer neuen First-Responder-Einheit, die Fortsetzung des Ansiedlungsprogramms für Ärztinnen und Ärzte sowie der Erhalt der kommunalen Infrastruktur. Auch das Ehrenamt soll trotz aller Sparzwänge weiterhin verlässlich gefördert werden. Für die Haushalte ab 2027 hat der Bürgermeister die Einrichtung einer Zukunftssicherungskommission vorgeschlagen, die strukturelle Antworten auf die Frage entwickeln soll, was Kommune künftig leisten kann und leisten soll.

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Quelle: Öffentlichkeitsarbeit – V.i.S.d.P. Rabea Kappen, Winterberg

 

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